Voile : une employée municipale suspendue
LE MONDE | 18.01.05 | 16h38
Une femme de ménage, fonctionnaire de la ville de Meylan
(Isère), a été suspendue de ses fonctions, le 13
novembre, au retour d'un congé maternité, au motif qu'elle
portait un foulard islamique. La mairie a estimé que cette tenue
était "incompatible avec son travail dans un établissement
scolaire".
Mme Abla Bentraifa, qui est fonctionnaire de la mairie depuis 1992,
titularisée en 1997, exerce les fonctions d'agent d'entretien de
catégorie C dans une école. La mairie (UMP) de Meylan a
convoqué l'agent le 23 juillet pour discuter de sa reprise de travail,
prévue le 13 novembre. On lui a alors demandé de retirer
son voile. A la suite de son refus, elle a été suspendue
provisoirement de ses fonctions. Elle continue de percevoir la totalité
de son traitement jusqu'en mars, date à laquelle un conseil de discipline
du Centre de gestion de la fonction publique territoriale de l'Isère
doit rendre un avis. Mme Bentraifa a déposé un recours en
annulation contre cette décision, le 13 janvier, devant le tribunal
administratif de Grenoble.
L'adjoint chargé de l'administration générale,
Damien Guiguet, justifie la mesure par le respect de la laïcité
: "Un fonctionnaire ne doit pas mettre en avant ses convictions religieuses,
surtout de manière particulièrement ostensible, puisque
Mme Bentraifa ne montre que l'ovale de son visage."
L'agent avait proposé, dans un courrier au maire du 6 octobre,
de changer de poste : "Il m'est impossible de retirer mon voile. Ce serait
une atteinte à ma vie privée et à ma religion.
Mais je suis prête à accepter de changer de fonctions pour
ne plus être en contact avec le public, par exemple faire la plonge
à la cantine, au lieu de servir."
Son avocat, Me Thierry Aldeguer, constate que "la ville de Meylan
invoque un arrêt de la cour administrative d'appel de Lyon, qui
concerne le cas d'un inspecteur du travail. Dans le cas de Mme Bentraifa,
on applique le principe de laïcité à des fonctionnaires
d'exécution. C'est pousser un peu loin le principe de neutralité
des services publics."
Xavier Ternisier
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 19.01.05
Das Image des Islam und seine Designer
Wissen- schaftler prägen unser Bild von den Muslimen und ihrer
Religion. Aber welche Werte und Interessen bestimmen eigentlich das Islam-Bild
dieser Experten?
Kürzlich rief eine Zeitungsredakteurin bei Ali Kizilkaya an,
dem Vorsitzenden des Islamrats. Sie habe gehört, islamische Religionslehrer
in Berlin lehrten, für Muslime gebe es "Glaubensgeschwister" und
"Menschengeschwister" - ob das nicht faschistisch sei? Kizilkaya stutzte,
schließlich ist diese Unterscheidung Juden, Christen und Muslimen
gemein. Als er verneinte, zog die Jour- nalistin ihren Trumpf: "Ich kenne
einen Islam-Experten, der gibt mir recht." Der Moslem stutzte wieder, dann
zog er seine höchste Karte: "Und ich kenne Experten, die mir zustimmen."
Noch nie wurden Islam-Kenner so sehr im Alltag gebraucht und benutzt
wie heute. Politiker, Moslemlobbyisten, Verfassungsschützer und
Medien - alle greifen sie auf eine immer größere Zahl von Experten
zurück. Permanent prägen diese Fachleute im Fernsehen, in parlamentarischen
Anhörungen oder mit ihren Bestsellern unser Bild einer Weltreligion.
Aber was prägt die Experten? Was hoffen und fürchten
die Kritiker und Fürsprecher des Islam?
Auf Seiten der Kritiker gehört Ursula Spuler-Stegemann zu
den renommiertesten Fachleuten. Als tiefes Anliegen bezeichnet es die
Marburger Professorin, die schweigende Mehrheit moderater Muslime in
Deutschland zu schützen - vor der Dominanz der islamistischen Minderheit.
Auch persönlich verhilft sie muslimischen Frauen zur Flucht, die
den Ehrenkodex der Familie verletzten. Und seit Jahren warnt sie die
Kirchen vor Organisationen wie Milli Görüs oder dem von Milli
Görüs dominierten Islamrat. Wer mit diesen Gruppen in regelmäßigen
Dialog trete (was jüngst der ranghöchste Protestant Wolfgang
Huber tat, siehe Kasten), küre Verfassungsgegner zu Sprechern der
Muslime. Dann sei es nur noch ein Schritt, bis Islamisten kirchliche
Privilegien bekämen - wie die Gestaltung schulischen Islamunterrichts
oder Sitze in Medienräten. "Das wäre", sagt sie, "ein Tritt
in den Hintern der schweigenden Mehrheit."
Ihre Sorge vor deutschen Islamisten speist sich aus eingehenden
Studien radikalislamischer Gesellschaften - denn solche Verhältnisse
seien ja Fernziel hiesiger Strenggläubiger. In ihren Büchern
listet die Forscherin akribisch auf, was Gläubige im Iran, in Saudi-Arabien,
Pakistan oder Nigeria ihren Mitmenschen so antun dürfen: etwa Ehebrecher
steinigen, widerspenstige Frauen prügeln, Blasphemiker hinrichten oder
Christen verfolgen. Nüchtern und sachlich dokumentiert sie diese Fakten
- ohne allerdings auch nur ein Beispiel zufriedenen Lebens in einer traditionell-muslimischen
Welt dagegenzustellen. So läßt die Lektüre von Titeln
wie "Frauen und die Scharia" (Diederichs 2004) den Leser fragend zurück:
Kann die islamische Welt wirklich dieses gigantische Schlachthaus sein?
Was Spuler-Stegemann nahelegt, spricht der Orientalist Hans-Peter
Raddatz offen aus. Er gilt vielen als polemischster, zugleich aber auch
produktivster Islam-Skeptiker. Von Sorge getrieben, nennt Raddatz es seine
"Pflicht, vor Gefahren des Islam zu warnen". Das hat ihn zu der These
geführt, "nicht nur der Islamismus" sei das Problem, "sondern der
Islam selbst". Soll heißen: Wenn heutzutage in muslimischen Ländern
Frauen geschlagen werden dürfen, wenn auf Blasphemie die Todesstrafe
steht oder Islamisten zum Heiligen Krieg aufrufen, dann liegt das an den
Fundamenten des Islam. Schon der Koran und der Prophet hätten all
dies angeordnet. "Viele Kollegen ignorieren solche Zusammenhänge", kritisiert
Raddatz. Sie müßten aber thematisiert werden, damit Muslime sich
kritischer mit ihrer Tradition auseinandersetzten. Daher übernimmt
Raddatz diese Aufgabe selbst. Zugleich warnt er vor dem Dialog mit Islamisten,
weil die zur Hinterfragung ihrer Tradition nicht bereit seien. "Dieser
gläubigen Entschlossenheit" hätten "harmoniefreudige Europäer
nichts entgegenzusetzen". Deren "Schwäche" attackiert Raddatz fast
häufiger als die Islamisten.
Als "exaktes Gegenstück zu Herrn Raddatz" bezeichnen sich
Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orientinstituts, und der Kulturanthropologe
Werner Schiffauer. Sie arbeiten als Verteidiger der Muslime, inklusive
der Strenggläubigen. So hatten sie keine Scheu, den Preis einer
von Milli Görüs beeinflußten Forschergruppe entgegenzunehmen.
Beide schätzen "Spiritualität und Wärme der Muslime, die
sie in unsere säkularisierte Welt bringen" (Steinbach), und "den
Sinn dafür, daß es Wichtigeres gibt als Effizienzzwänge
einer ökonomisierten Gesellschaft" (Schiffauer).
Folglich plädieren beide dafür, Muslimen mehr Einfluß
einzuräumen. Daß Bischof Huber sich nun mit Ali Kizilkaya vom
Islamrat traf, begrüßen sie. Überhaupt solle Milli Görüs,
aus deren Reihen Kizilkaya stammt, nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet
werden. Denn dort, so Steinbachs Analyse, habe "eine neue Generation
die Macht übernommen, die sich dem Vorbild des türkischen Ministerpräsidenten
Erdogan und seiner muslimisch-konservativen Demokratie" annähere.
Auch Schiffauer, der in den 70ern eine linksextreme Phase durchlief,
ist optimistisch, daß "die islamistischen Träumer genauso
den Weg in die gesellschaftliche Mitte finden werden, wie das uns Sponti-Träumern
einst gelang - sofern man sie nicht isoliert".
Er bezweifelt die Urteile der Verfassungsschützer über
Milli Görüs, überführte er sie doch schon gravierender
Übersetzungsfehler, wenn sie türkische Schriften ins Deutsche
übertrugen.
Ihrer Verteidiger-Rolle gemäß wehren sich die Experten
gegen allzu kritische Islam-Bilder und arbeiten das friedliche Potential
der Religion heraus. "Wer den Islam als gewaltverherrlichend darstellt
wie Herr Raddatz", sagt Steinbach, "geht den Fundamentalisten in die Falle,
weil er deren Islam-Bild übernimmt, anstatt ein friedlicheres dagegenzuhalten."
Steinbach wie Schiffauer kritisieren auch den meist beschreibenden
Ansatz von Spuler-Stegemann. Denn hinter dem scheinbar neutralen Faktensammeln,
so Schiffauer, stünden unausgesprochene Interessen.
"Sammelsurien negativer Fakten", sagt Steinbach, "schüren
westliche Überlegenheitsgefühle, helfen aber nicht, islamische
Lebenswelten zu verstehen." Genau dieses tiefere Verständnis erstrebt
Schiffauer.
Seine Feldforschung führte ihn in deutsche Hinterhofmoscheen
und abgelegene türkische Bergdörfer, wo er traditionelle Muslime
in ihrem Alltag studierte - weshalb er beteuert, eine Muslima in strenggläubigen
Verhältnissen müsse sich keineswegs unglücklich fühlen,
arrangierte Ehen seien oft enorm stabil, und straffe Familienhierarchien
könnten den einzelnen entlasten.
Stutzig macht, daß bei ihm kein kritisches Wort über
Muslime fällt. Es scheint, als hätten die Experten eine Aufgabenverteilung
vorgenommen:
Hier die Kritiker - dort die Verteidiger. Dann läge wohl Spuler-Stegemann
richtig. Sie sagt, die unterschiedlich ausgerichteten Islam-Forscher
ergänzten sich eigentlich ganz gut.
Till-R. Stoldt
Artikel erschienen am 16. Januar 2005
Cinquième Forum social mondial «Il n'y a
jamais eu autant d'organisations catholiques»
LA PAROLE A... Benoît Berger, du CCFD • Tous les jours, un
acteur du Forum social mondial de Porto Alegre s'explique sur Libération.fr
•
Par Christian Losson, envoyé spécial à Porto
Alegre
mercredi 26 janvier 2005 (Liberation.fr - 18:01)
Benoît Berger est directeur des études et du plaidoyer
au Comité catholique contre la faim et pour le développement
«Il n'y a jamais eu autant d'organisations catholiques à
un Forum social mondial. Quand je pense qu'en 2001, pour la première
édition, on avait tant ramé pour mobiliser notre réseau
européen et nord-américain (CIDSE)... Les organisations de
développement et de solidarité britanniques préféraient
ainsi aller à Davos pour faire du lobbying. Là, c'est hallucinant.
Même les Caritas, présents dans 160 pays, ont eu, l'an passé,
un courrier du Vatican, siège des Caritas, pour les inciter à
participer à tous les forums locaux, nationaux ou internationaux.
Ils ont pris d'assaut la consultation électronique lancé en
juillet par le FSM pour l'auto-organisation des ateliers. Et les Caritas,
ce ne sont pas des mouvements, qui comme nous, ont pu avoir une image de
gauchistes tiers-mondistes, de vilains petits canards. Les Caritas, c'est
rigoriste, dans la ligne. Ils s'apprêtent à être massivement
présents dans les prochains forums, en Afrique notamment, pour l'édition
2007... Et il y a aussi Pax Romana, structure parapluie qui regroupe des intellectuels
catholiques. Sans parler des protestants, via le Conseil mondial des églises.
Des luthériens et leurs YMCA. Ce mercredi 26 janvier, on a même
une réunion des congrégations religieuses, avec les Jésuites,
les Claretians américains, les Oblates de Marie d'Asie. Le FSM est
devenu un endroit où il faut être, s'afficher.
»Le risque, c'est de se voir accusé de faire du prosélytisme.
Au CCFD, on se considère d'abord comme une ONG de solidarité
internationale et de développement, avant de mettre en avant notre
sensibilité catholique. On a peut-être perdu des donateurs
depuis notre engagement altermondialiste, mais on en a aussi gagné
d'autres. On s'est senti en phase avec certains évêques qui
ont très tôt dénoncé la pauvreté, la
mondialisation injuste. On est d'accord avec le Pape quand il épingle
le fardeau de la dette des pays du tiers monde, réclame le droit
à la libre circulation des migrants ou encore quand il brocarde la
guerre. Mais, c'est clair, on ne partage pas du tout les positions du Vatican
contre le port du préservatif, ou ses interdits sur les questions
de l'homosexualité. L'Eglise catholique devrait arrêter d'être
sur la défensive sur ces sujets de mœurs. De même, elle n'a
plus les moyens d'excommunier certains tenants de la théologie de
la libération, qui sont présents ici. Elle est à la
recherche de nouvelle modalité d'affirmation d'une identité
menacée...
» Aujourd'hui, au CCFD, on tourne avec un budget de 35 millions
d'euros, on est la première ONG de développement de France
(1). Cela nous a permis de faire venir à Porto Alegre des partenaires
de 35 pays, des militants d'associations qui travaillent sur l'éducation,
la santé, l'agriculture, etc. Pour eux, c'est capital. Ils se mettent
en réseaux avec d'autres collectifs qui planchent sur les mêmes
campagnes; ils s'impliquent aussi dans la dynamique des forums sociaux
locaux; ils dynamisent la société civile de leur pays. On
leur demande juste une participation symbolique de 200 euros. Le reste,
on le prend en charge. On a invité aussi 25 jeunes bénévoles
du CCFD. Ils viennent toucher du doigt ce FSM, une dynamique dont on ne
sait ce qu'elle donnera. Une vitalité historique dans l'histoire
des mouvements sociaux, des ONG. Jamais, dans l'histoire contemporaine,
un rassemblement de la société civile n'avait connu une telle
amplitude.»
(1) hors ONG d'urgence
Recueilli par Christian Losson
"Kirchen
Muslimen überlassen? Ein ganz klares Nein"
Bayerns evangelischer Landesbischof Johannes Friedrich über
Ökumene, katholischen Priestermangel, Abendmahl und eine EU-Perspektive
für die Türkei
DIE WELT: In das ökumenische Miteinander ist Realismus eingekehrt.
Auch Stillstand?
Johannes Friedrich: Als Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen
Kirche Deutschlands bin ich etwas enttäuscht.
Meine Bitten an die Deutsche Bischofskonferenz waren nie solche,
die sie nicht kirchenrechtlich und praktisch erfüllen könnte,
wenn sie wollte. Aber sie wurden nicht erfüllt. Ich meine: Auch die
katholische Bischofskonferenz hat die Aufgabe, positive ökumenische
Signale zu senden.
DIE WELT: Zum Beispiel?
Friedrich: Pfingstmontag als ökumenischer Feiertag. Oder die
eucharistische Gastfreundschaft bei konfessionsverschiedenen Ehen und Familien;
ihr steht kirchenrechtlich nichts im Wege, hier würde auch dogmatisch
nichts für die katholische Kirche verändert. Oder eine etwas
leichtere Genehmigung ökumenischer Sonntagsgottesdienste. Ich fordere
ja gar keine generelle Freigabe, denn ich verstehe sehr wohl das katholische
Anliegen, die Eucharistie in ihrer Bedeutung zu erhalten. Bei städtischen
oder dörflichen Festen sollten wir allerdings froh sein, wenn für
den Sonntagvormittag überhaupt ein Gottesdienst eingeplant wird. Uns
allen ist doch nicht damit gedient, wenn statt dessen Cityläufe oder
Frühschoppen ins Programm kommen, nur weil man es leid ist, sich mit
den Kirchen herumzuärgern, die sich da nicht einigen können.
Das kann doch auch der katholischen Kirche nicht recht sein!
DIE WELT: Nicht recht sein, da doch viele Eucharistiefeiern ausfallen,
weil sich auch die katholische Kirche aus der Fläche zurückzieht?
Friedrich: Als evangelischer Bischof leide ich unter dem Priestermangel
in der katholischen Kirche genauso wie meine Amtskollegen von der anderen
Seite. Für den christlichen Charakter unseres Landes ist es ein ganz
großes Problem, wenn die katholische Kirche wegen des Priestermangels
nicht mehr in der Fläche präsent ist.
Besorgt bin ich, weil Lücken, die durch solche Rückzüge
entstehen, schnell von politischen oder religiösen Rattenfängern
gefüllt werden.
Die katholische Kirche sollte einsehen, daß sie gar nicht mehr
allen Gläubigen die Eucharistie am Sonntagvormittag garantieren
kann. Unverständlich ist mir deshalb, daß sie die gemeinsamen
ökumenischen Möglichkeiten so beharrlich negiert.
DIE WELT: Ökumene wird oft, vor allem von evangelischer Seite,
eng definiert. Als ob darunter nur das gemeinsame Abendmahl zu verstehen
sei.
Friedrich: Das ist in der Tat eine Engführung, das muß
man selbstkritisch zugeben. Aus katholischer Sicht kann man durchaus anfragen:
Ist euch Evangelischen das Abendmahl wirklich so wichtig, daß ihr
darauf den Schwerpunkt legt? Ich bin froh, daß uns in den letzten
20 Jahren das Abendmahl so wichtig geworden ist. Ich weigere mich, bei meinen
Dekanatsbesuchen Gottesdienst ohne Abendmahl zu feiern. Aber theologisch
gesehen hat der Wortgottesdienst bei uns denselben Stellenwert. Ohne Wenn
und Aber. Und wenn wir diesen Gottesdienst zusammen feiern können, dann
ist das eine gute Sache.
DIE WELT: Nicht selten begründen evangelische Christen ihren
Kirchenaustritt mit Ärger über den Papst. Es wird nicht mehr
so genau konfessionell unterschieden. Was erscheint Ihnen unverständlich
am gegenwärtigen Pontifikat?
Friedrich: Zum Beispiel die Selig- und Heiligsprechungspraxis. Gegen
Heiligenverehrung als solche habe ich nichts. Auch wir Evangelische haben
Vorbilder im Glauben, die können durchaus hilfreich sein. Die klare
Unterscheidung ist aber, daß wir Evangelische sagen, wir brauchen
keine Mittler, um zu Gott oder Christus zu kommen. Wenn Personen selbst
zum Gegenstand des Heilsvertrauens werden, so steht das der Botschaft
von der Rechtfertigung allein aus Gnaden und vor allem der Einzigartigkeit
Christi diametral entgegen. Mit der Seligsprechung von Kaiser Karl zum
Beispiel, da habe ich erst recht meine Probleme. Es mag ja sein, daß
er nicht für den Giftgaseinsatz im Ersten Weltkrieg an der italienischen
Front verantwortlich zu machen ist. Aber daß sein ganzes Leben heiligmäßig
gewesen sei, das kann mich nicht überzeugen.
DIE WELT: Themenwechsel: Wie halten es die Kirchen mit der Frage
des EU-Beitritts der Türkei?
Friedrich: Ich halte als lutherischer Bischof sehr viel von einer
klaren Einhaltung der Zwei-Reiche-Lehre. Das heißt, ich muß
nicht und darf auch nicht die Entscheidung treffen, für die die Politiker
zuständig sind. Aber wir können als Kirche den Politikern Kriterien
für ihre Entscheidung an die Hand geben.
DIE WELT: Und die wären?
Friedrich: Daß ein Beitritt überhaupt erst spruchreif
sein kann, wenn die Religionsfreiheit in der Türkei nicht nur auf
dem Papier steht, sondern tatsächlich tagtägliche Wirklichkeit
ist. Das ist eine Conditio sine qua non. Das ist noch lange nicht erreicht.
Beim Beitritt muß man auch politische Gründe genau gegeneinander
abwägen.
Kann man zum Beispiel ein Land jahrzehntelang im Glauben wiegen,
daß es aufgenommen werde, und dann plötzlich nein sagen? Eine
andere Frage ist, ob eine EU, von der ich noch immer annehme, daß
sie auf christlicher Grundlage gewachsen ist, eine so große muslimische
Nation mit hineinnehmen kann, ohne ihre Seele zu verändern. Aber
nochmals: Das Ja oder Nein ist eine politische Entscheidung.
DIE WELT: Es gibt Kräfte, die sich von einer Aufnahme der Türkei
die Herausbildung eines "europäischen Islam" versprechen.
Friedrich: Ich bin skeptisch. Der Islam müßte zu unserem
Prinzip der grundsätzlichen Trennung von Staat und Kirche finden.
Ich bezweifle, daß er, der den Koran als unmittelbares Wort Gottes
versteht, das kann. Die Scharia hat immer eine politische Implikation.
DIE WELT: Nach einer Hochrechnung werden in Deutschland in absehbarer
Zeit 10 000 Kirchen oder kirchliche Gebäude nicht mehr gebraucht.
Können Sie sich vorstellen, daß Kirchen den Muslimen überlassen
werden?
Friedrich: Ganz klares Nein, da sind wir uns mit den katholischen
Bischöfen einig.
DIE WELT: Mit welcher Begründung?
Friedrich: Ich bin immer dafür eingetreten, daß die Muslime
Räume zum Beten haben. Das gehört zu der uns aufgetragenen
Toleranz. Aber den Muslimen Kirchen zu überlassen würde der
falschen Ansicht Vorschub leisten, wir beten ja doch alle zum selben
Gott. Es wäre zudem ein falsches Signal in die Öffentlichkeit.
Denn es würde den Eindruck erwecken, das Christentum sei auf dem
Rückzug und der Islam auf dem Vormarsch.
Artikel erschienen am Di, 8. Februar 2005
Une irruption du maire de Montreuil provoque la colère
des protestants
LE MONDE
'ÉPISODE tombe mal, en cette année de centenaire de
la loi de séparation des Eglises et de l'Etat. Le texte de 1905
punit d'une amende, dans son article 32, "ceux qui auront empêché,
retardé ou interrompu les exercices d'un culte".
Dimanche 6 février, les fidèles de l'Eglise protestante
du Rocher, à Montreuil (Seine-Saint-Denis), écoutaient l'homélie,
quand, à 10 h 30, un individu a interrompu le service en brandissant
une carte tricolore.
Le trublion n'était autre que le maire (app. PCF) de Montreuil,
Jean-Pierre Brard, accompagné d'un adjoint. Coupant net le pasteur
Mas, l'élu lui a demandé de remettre dans la demi-heure les
papiers attestant de la conformité du temple aux règles de
sécurité. M. Brard avait prévenu la préfecture.
Une descente de police devait avoir lieu.
"Dans le cadre de ses fonctions le maire est amené à
intervenir dans des structures qui provoquent des soucis de voisinage et
de sécurité, précise pour sa part un collaborateur
du maire. Une pétition de riverains avait mis en cause le bruit
excessif fait par ce temple. M. Brard a demandé de baisser le son
puis de surseoir à la tenue du culte."
Il se trouve qu'un membre de la Fédération protestante
de France (FPF) assistait au culte. Il a immédiatement alerté
le pasteur Jean-Arnold de Clermont, président de la FPF, qui est
intervenu directement auprès du maire. Ce dernier a fait machine
arrière. Il a juste eu le temps de téléphoner aux
policiers pour leur demander de ne pas se déplacer.
L'Eglise du Rocher, qui fait partie des Eglises protestantes d'expression
africaine appartenant à la FPF, attire 250 fidèles de quinze
nationalités. Le pasteur Mas, français originaire de l'ex-Zaïre,
est aumônier à la prison de la Santé, à Paris.
Jean-Arnold de Clermont ne va pas jusqu'à parler de "racisme".
Mais il s'étonne que le maire donne des terrains pour construire
une synagogue ou une mosquée tout en causant des tracasseries sans
fin à un temple fréquenté majoritairement par des Africains.
La commission de sécurité avait donné son accord
à l'utilisation du local pour les cultes, la seule réserve
portant sur la pente trop raide de la rampe d'accès pour handicapés!
.
Le pasteur de Clermont considère que l'incident représ!
ente "une menace gravissime contre la liberté des cultes et une
violation de la loi de 1905". Il a saisi par courrier le ministère
de l'intérieur. Le président de la FPF cite d'autres cas
de problèmes entre des municipalités de Seine-Saint-Denis
et des communautés protestantes ayant en commun d'être fréquentées
par des Africains : l'Eglise de Gethsémani à Villetaneuse,
et l'Arche de Vie, à Aulnay-sous-Bois.
Xavier Ternisien
Dans une
lettre aux évêques français, le pape fait l'éloge
de la loi de 1905
LE MONDE | 12.02.05 | 13h20
Le pape, qui, au moment de la polémique sur le port des signes
religieux à l'école, avait vigoureusement mis en garde la
France contre tout "laïcisme", s'invite à nouveau dans le débat
national sur la loi de 1905 de séparation de l'Eglise et de l'Etat,
un siècle après son vote. Samedi 12 février,
il a rendu publique une lettre de sept pages adressée aux évêques
de France pour que ceux-ci mesurent le chemin parcouru depuis. Il les
appelle à résister à toute marginalisation du fait
religieux.
La loi de 1905 a été "un événement douloureux
et traumatisant pour l'Eglise de France", rappelle Jean Paul II. Mais le
"processus de pacification", engagé par l'Eglise comme par l'Etat,
a permis d'aboutir à "une meilleure compréhension de la laïcité".
"Cette paix est désormais une réalité à laquelle
le peuple français est profondément attaché", souligne
le pape.
Il souhaite en particulier que la commission de dialogue entre l'Eglise
catholique et l'Etat, mise en place par Lionel Jospin en février
2002 et reconduite par Jean-Pierre Raffarin, soit davantage reconnue et
active. En citant Jacques et Raïssa Maritain, Mounier, Bernanos, Robert
Schuman, Michelet et bien d'autres, Jean Paul II évoque longuement
le rôle joué par les catholiques dans la culture française.
Il les appelle à reprendre toute leur place dans le débat intellectuel
et politique.
"La crise des valeurs et le manque d'espérance que l'on constate
en France font partie de la crise d'identité que traversent les
sociétés modernes, qui ne proposent qu'une vie fondée
sur le bien-être matériel(...). L'Eglise souhaite que les
valeurs religieuses, morales et spirituelles qui font partie du patrimoine
de la France, qui ont façonné son identité, ne tombent
pas dans l'oubli."
PAS DE "REPLI SECTAIRE"
Revenant sur les polémiques autour de la religion, le pape
demande encore qu'"au lieu de se situer en antagonismes les forces sociales
soient toujours plus au service de l'ensemble de la population (...) dans
le contexte pluriethnique, multiculturel et multiconfessionnel" qui est
celui de la France aujourd'hui. Ce respect mutuel, ajoute-t-il, permettra
d'éviter que les religions "ne se réfugient dans un sectarisme
qui pourrait représenter un danger pour l'Etat lui-même".
"La société doit pouvoir admettre que des personnes,
dans le respect d'autrui et des lois de la République, puissent faire
état de leur appartenance religieuse, poursuit-il. Dans le cas contraire,
on court toujours le risque d'un repliement identitaire et sectaire."
Jean Paul II revendique encore le droit pour les chrétiens
de "prendre la parole publiquement pour exprimer leurs opinions et manifester
leurs convictions". "C'est à ce prix que la laïcité,
loin d'être le lieu d'un affrontement, est l'espace pour un dialogue
constructif, dans l'esprit des valeurs de liberté, d'égalité
et de fraternité."
Dans son adresse aux évêques français, le pape
conclut : "Que tous vos compatriotes sachent que les membres de la communauté
catholique souhaitent vivre leur foi au milieu de leurs frères et
sœurs et mettre à la disposition de tous leurs compétences
et talents. Que personne n'ait peur de la démarche religieuse de personnes
et de groupes sociaux. Vécue dans le respect de la saine laïcité,
elle ne peut qu'être source de dynamisme et de promotion pour l'homme."
Henri Tincq
• ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 13.02.05
Mgr André Vingt-Trois : "Il faut que les chrétiens
soient des briseurs d'isolement"
LE MONDE | 12.02.05 | 13h20
Entretien avec Mgr André Vingt-Trois, nouvel archevêque
de Paris. Le successeur de Jean-Marie Lustiger évoque les "accents"
sous lesquels il compte inscrire son action.
Quelle conception avez-vous de la laïcité et du rapport
entre la religion et l'etat ?
La culture française de la laïcité a longtemps
été une épreuve singulière. Elle a voulu faire
croire que la meilleure manière d'être "laïque" était
de faire comme si la religion n'existait pas.
Pendant des décennies, ce fut la ligne de conduite d'un certain
nombre de militants. Mais il me semble qu'à travers l'évolution
des moeurs, des pratiques, des relations entre les institutions, chacun
reconnaît aujourd'hui qu'on peut être laïque tout en admettant
que la religion existe. C'est un progrès considérable. Je
trouve cette situation plus saine.
Elle doit encore se concrétiser dans des modes de relations
à inventer entre les Eglises et l'Etat, mais je pense que, hormis
l'opposition de quelques groupes particulièrement déterminés,
la pratique concrète de la laïcité a progressé
en France. Elle représente même un des acquis du XXe siècle.
D'une part, parce que le statut défini par la loi de séparation
de 1905 a aidé l'Eglise catholique à reformuler sa manière
d'être présente à la société. D'autre
part, parce que la République - à travers deux guerres mondiales
- a réalisé qu'elle ne pouvait pas refaire son unité
en accusant la moitié d'entre les siens de n'être pas républicains
!
Vous seriez d'accord avec la conception de la laïcité
développée par Nicolas Sarkozy dans son livre, La République,
les religions, l'espérance (éd. du Cerf)...
Je ne suis pas d'accord avec tout ce qu'a écrit Nicolas Sarkozy
ni avec sa façon d'aborder toutes les questions de la laïcité.
Mais c'est un acte courageux de la part d'un homme politique d'avoir pris
cette position par rapport à l'islam et à toutes les religions.
Position qui consiste à dire que, si on veut progresser, il faut
se parler, se rencontrer... Et quand il était ministre, il l'a fait.
C'est dans la discussion qu'on fait avancer les solutions. Quand, par exemple,
dans mon ancien diocèse de Tours, le statut des aumôneries
catholiques a pu être mis en cause dans les polémiques laïques,
je suis allé discuter directement avec les autorités concernées.
Je l'ai fait sans guerroyer, sans accuser les personnes. On a parlé,
trouvé des solutions qui ont pris du temps, mais c'est la vie.
Vous êtes président de la commission de la famille des
évêques de France, vous aviez bataillé contre le pacs,
sans succès. Quelle leçon en tirez-vous et quel diagnostic
portez-vous sur la famille en France ?
Il y a un décalage entre les aspirations des Français
- y compris des plus jeunes - à une vie familiale stable, réussie,
et le fait que la "mission" sociale de la famille devient de plus en plus
imperceptible. On voit croître la requête, à partir
de la famille, d'une plus grande sécurité affective et, parallèlement,
on ne voit plus très bien à quoi elle sert, puisque la société
met sur le même plan tous les statuts familiaux : le pacs, la banalisation
des ruptures et des unions hors mariage, les unions entre partenaires de
même sexe. Autrement dit, nous sommes dans une société
où la famille est à la fois estimée et ne sait plus
se dire à quoi elle sert !
Le besoin est donc ressenti d'une explicitation plus claire des objectifs
de la famille. Par l'expérience de relations sécurisées
qu'elle développe, ne permet-elle pas une initiation à des
rapports sociaux qui ne soient plus dominés par la violence ? Nous
le croyons. Lionel Jospin aussi, en son temps, l'avait affirmé mais
c'était, pour son camp, presque un acte de provocation.
Que retenez-vous de l'oeuvre de Mgr Lustiger et quelle touche personnelle
souhaitez-vous donner à son héritage ?
Je ne parlerai pas ici de la dimension exceptionnelle de la personnalité
du cardinal ni de son rayonnement international. Je me bornerai à
souligner les résultats d'un investissement considérable -
en forces, en temps, en objectifs - qu'il a permis pour la communication
du diocèse de Paris, la formation des prêtres et des laïcs,
le dynamisme des communautés chrétiennes, la recherche persévérante
et diversifiée des moyens d'exprimer publiquement quelque chose
de la foi chrétienne dans la vie moderne.
Il faut continuer, sans hésiter, notre effort sur la communication
de ce que vivent les catholiques. Ce sera mon premier accent. Nous ne pouvons
pas à la fois défendre une vision de la République
qui ne soit pas communautariste et encourager un système télévisuel
qui le serait. Mais je répète qu'il est capital que l'Eglise
catholique, dans le paysage télévisuel français, ait
un moyen d'expression propre et spécifique. Nous l'avons avec KTO,
mais la situation de cette chaîne thématique est difficile.
Deuxième accent : nous sommes dans une société
où, paradoxalement, les instruments de proximité sont le
plus développés et où le sentiment d'isolement des
personnes n'a presque jamais été aussi grand. Alors je crois
que, par leur expérience, les chrétiens sont capables d'apporter
quelque chose de plus à ce débat : non pas une théorie
de la vie sociale mais une contribution pratique à une évolution
des rapports sociaux. Il faut que les chrétiens soient davantage
des briseurs d'isolement. Enfin, le troisième accent sera de demander
aux communautés chrétiennes de Paris de relire ce qu'elles
vivent à la lumière des possibilités de renouveau
données aujourd'hui dans la formation et dans l'expression de la
foi.
Propos recueillis par Henri Tincq
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 13.02.05
Dans une lettre adressée
vendredi aux évêques de France, le Pape se félicite
du «dialogue au plus haut niveau» entre le gouvernement et
l'épiscopat
Jean-Paul II réaffirme le «rôle social» des
religions
L'émotion était grande hier à midi parmi les milliers
de pèlerins rassemblés sur la place Saint-Pierre, lorsque
Jean-Paul II, convalescent, est enfin apparu à la fenêtre
de ses appartements pour la récitation de l'angélus. Rentré
au Vatican jeudi soir après une hospitalisation de dix jours à
la polyclinique Gemelli de Rome, le Pape a salué brièvement
la foule d'une voix ferme mais peu compréhensible, laissant un de
ses collaborateurs, Mgr Leonardo Sandri, lire son message dominical qui rejette
une fois de plus toute hypothèse d'une démission pour raison
de santé. Rassurant, il a voulu assurer qu'au-delà des rumeurs,
il a d'abord «besoin de l'aide» des fidèles «devant
le Seigneur pour accomplir la mission que Jésus (lui) a confiée».
Élie Maréchal
[14 février 2005]
Des disparités
sur le territoire de la République
T. P.
[14 février 2005]
La loi de 1905 a été votée alors que l'Alsace-
Lorraine était allemande. Malgré leur retour dans le giron
français, les départements alsaciens du Bas-Rhin et Haut-Rhin,
comme celui de Moselle, sont aujourd'hui encore régis par la législation
concordataire, agrémentée de dispositions de droit allemand.
En Alsace-Lorraine, les quatre cultes reconnus sous le Concordat sont l'Eglise
catholique, l'Eglise de la confession d'Augsbourg (luthérienne),
l'Eglise réformée (calviniste) et le culte israélite.
Depuis lors, les ministres de ces cultes sont investis et rémunérés
par l'État. L'enseignement de ces cultes est obligatoire dans les
établissements publics. Les collectivités publiques participent
à leurs dépenses, entretiennent leurs édifices, et
peuvent leur verser des subventions.
Les cultes «non reconnus», des groupements protestants
et le culte musulman, sont aujourd'hui régis par le droit local.
En Guadeloupe, à la Martinique et à la Réunion, un
décret du 6 février 1911 a institué un régime
de séparation équivalent à celui de la loi de 1905.
Georges Mandel, par deux décrets pris en 1939, a doté les
missions religieuses de la personnalité juridique dans les territoires
d'outre-mer oublié par la loi de 1905. Dans les diocèses
des îles Wallis et Futuna, Nouméa, Papeete et Teiohae (îles
Marquises, Polynésie française), l'enseignement primaire
public est concédé par l'Etat à la mission catholique.
A Saint-Pierre et Miquelon, les prêtres catholiques sont rémunérés
sur subvention du conseil général. En Guyane, l'ordonnance
royale de Charles X du 27 août 1828 définit toujours le régime
juridique pour le culte catholique. A Mayotte, où la quasi totalité
de la population est musulmane, les cadis sont rémunérés
sur fonds publics.
Manifeste pour un islam européen, par Abdennour Bidar
LE MONDE | 14.02.05 | 14h45
Gilles Kepel a montré clairement que l'islam de l'Ouest n'a
pas encore choisi entre les deux destins inverses qui se présentent
devant lui : soit une réelle "européanisation de cette religion",
dans le sens d'un "aggiornamento à valeur exemplaire pour le reste
du monde", soit un rôle de "tête de pont" de l'islamisme,
visant une nouvelle "expansion islamique sur le sol européen".
Et, à le lire, je me suis demandé comment les représentants
de l'islam en Europe et la communauté dans son ensemble, et particulièrement
ici, en France, allaient recevoir ce point de vue : allions-nous savoir
réagir à cet appel qui nous alerte sur l'urgence à
nous doter d'une identité propre, indépendante et novatrice
vis-à-vis de l'islam traditionnel ? Jusque-là, silence radio
!
C'est pourquoi je prends la plume aujourd'hui pour demander haut et
fort : mais qu'attendons-nous pour définir solennellement et promouvoir
enfin devant la conscience publique européenne une identité
propre de l'islam d'Europe ? Pourquoi tardons-nous si dramatiquement à
nous distinguer et à nous désolidariser des deux cancers
de l'islam que sont l'intégrisme violent et le conservatisme rétrograde
? Qu'attendons-nous pour donner aux Etats et aux peuples d'Europe les
garanties nécessaires pour qu'ils nous accordent enfin leur pleine
confiance ? Ne voyons-nous pas le scepticisme qui grandit à notre
égard, l'incompréhension qui grandit en même temps
que la peur, le rejet qui menace ? Je suis désolé de le dire,
mais nous ne faisons toujours rien pour mériter la confiance. Il
y a dorénavant urgence, pour nous musulmans européens, d'énoncer
les principes d'une identité musulmane européenne singulière.
Car cela n'est toujours pas fait, quoi qu'on en pense. Nous ne savons
toujours pas qui nous sommes, c'est-à-dire quelle est notre façon
propre d'être musulmans. Nous n'avons pas encore produit l'effort
décisif pour déterminer qui nous sommes et quel islam nous
voulons. Farhad Khosrokhavar s'interrogeait il y a deux ans sur l'émergence
d'une opinion publique musulmane en France. Force est de le constater, pour
l'instant il n'y a pas de conscience de soi de l'islam en Europe. Ne nous
étonnons pas, dès lors, que les sociétés européennes
où nous vivons restent dubitatives à notre égard,
se demandant encore et toujours ce qu'un musulman européen peut
avoir de réellement différent de son frère oriental.
Nous n'avons pas encore donné à nos concitoyens la preuve
de notre réelle et sincère appartenance à la modernité
européenne.
Trois évolutions sont actuellement en cours, et elles me paraissent
très insuffisantes :
1. - On dit que l'islam en Europe fait sa "révolution silencieuse",
c'est-à-dire que les pratiques cultuelles et culturelles de l'islam
sont de moins en moins conservatrices et se métamorphosent d'elles-mêmes,
lentement mais sûrement. Or il ne suffit pas que les musulmans européens
"bricolent" un nouvel islam, selon l'expression répétée
si souvent. En effet, chacun fait bien "ce qu'il peut" pour harmoniser
tant bien que mal ses pratiques et ses coutumes au contexte occidental.
Mais il ne faudrait pas prendre ces "petits arrangements" avec la loi islamique,
ces "compromis" trouvés dans le milieu scolaire ou professionnel,
ces débats anecdotiques sur le foulard, l'abattage rituel des moutons,
etc., pour autre chose que des solutions provisoires. En réalité,
ces improvisations sans statut reconnu, sans fondement philosophique ou
théologique, sont incapables à elles seules de doter les
musulmans de la nouvelle identité religieuse dont ils ont besoin
ici. Nous ne nous en tire! rons pas avec ce genre d'expédients.
2. - Il y a des institutions représentatives de l'islam, ou
tout au moins des représentants plus ou moins officiels de l'islam
dans chaque pays européen. Mais qui croit encore qu'ils sont des
catalyseurs de progrès ? Il ne suffit pas que ces personnalités
ou ces institutions sachent réagir selon les valeurs de l'Europe
dans des circonstances exceptionnelles - je pense à la réaction
des dignitaires des islams français ou britanniques lors des prises
d'otage en Irak - pour retomber aussitôt après dans le conservatisme
et l'ambiguïté. Pour l'heure, les représentants officiels
de l'islam en Europe se sont contentés d'être les gestionnaires
intéressés d'un culte figé et les ambassadeurs à
peine occultes d'intérêts étrangers. Ils n'ont pris aucune
initiative d'envergure visant à repenser l'islam selon les exigences
spécifiques de la situation européenne. Ils n'ont pas vu, ou
pas voulu voir, que leur responsabilité première était
d'inventer et de proposer à ceux qu'ils sont cens! és représenter
une nouvelle façon d'être musulman en accord avec le contexte
social et culturel européen.
3. - Plusieurs intellectuels (Rachid Benzine, Malek Chebel, entre autres)
proclament l'existence d'un "islam des Lumières". Mais, pour l'heure,
force est de déplorer que ce beau nom reste sans contenu suffisant.
La plupart des travaux proposés ici ou là ne recèlent
pas la capacité d'invention, l'audace et la force conceptuelles,
théologique et philosophique qui permettraient à l'islam
européen de produire une nouvelle culture islamique. Il est significatif
que l'appel à de "nouvelles interprétations du Coran" ne donne
jamais lieu à un véritable examen critique du texte... Hormis
chez Youssef Seddik, qui s'est engagé dans une démythification
du texte coranique, ou chez Ghaleb Bencheikh, qui a le courage de déclarer
"obsolètes" les versets discriminatoires à l'égard
des femmes. Mais il faut d'urgence s'engouffrer dans la brèche et,
osant le dire une fois pour toutes, déclarer caducs tous les versets
incompatibles avec les valeurs des droits de l'homme : versets discriminato!
ires non seulement contre les femmes, mais aussi les juifs, les chrétiens,
les non-croyants, ainsi que l'ensemble des versets guerriers appelant à
la violence et au jihad.
Sur ces trois points essentiels, je ne trouve pas grand-chose qui signale
de manière forte aux sociétés européennes
que l'islam vécu ici est bel et bien entré de plain-pied
dans une nouvelle phase de rupture et de création. Ni mieux ni plus
mal que dans l'ensemble du monde arabo-musulman, l'islam en Europe se cherche
une nouvelle identité dans l'à-peu-près, la valse-hésitation,
la contradiction, le tâtonnement, alors que nous aurions ici les
moyens d'aller bien plus loin qu'ailleurs, où la parole est moins
libre ! Ne percevons-nous pas l'impatience à notre égard de
la société qui nous entoure et qui attend - enfin - un geste
décisif et solennel de notre part. Quel geste ? Un engagement sans
ambiguïté, massif et définitif, en faveur d'un islam
complètement refondé selon les valeurs de notre terre d'Europe
: la liberté de conscience, l'égalité des sexes, la
tolérance.
C'est pour donner une voix à un islam du changement, encore
muet et inconscient de lui-même, que je voudrais lancer ici un appel
de rassemblement solennel à tous mes coreligionnaires de bonne volonté.
Je leur propose de se rallier à ce que j'appelle la déclaration
du musulman européen, dont voici les trois grands principes :
1. - Refonder tous les principes de l'islam, y compris les prescriptions
de la loi religieuse et la lettre du Coran, à la lumière
des droits de l'homme. Ne rien laisser hors de portée de l'esprit
critique. Déclarer caduc tout élément du texte sacré,
de la pratique, des coutumes, qui serait en contradiction avec les valeurs
de liberté individuelle, d'égalité des sexes, de laïcité,
de tolérance entre les peuples et les religions. En quelques mots
: affirmer le droit de chaque musulman à choisir lui-même
le contenu de son identité musulmane, qu'il soit pratiquant ou non,
croyant ou non (reconnaître pour cela que l'identité musulmane
peut être culturelle et non religieuse), refuser toute imposition d'un
prétendu "vrai islam" ou islam officiel qui viendrait des imams,
des théologiens, des représentants institutionnels ; affirmer
que les femmes sont les égales des hommes en tous points, bannir
les habitudes de domination masculine et éradiquer par une éducation
appropriée tout ! comportement machiste ; affirmer que nous reconnaissons
la laïcité comme une valeur universelle, et non une lubie française
; garantir la visibilité sociale de l'islam ; affirmer que tous
les êtres humains sont nos frères et nos égaux, en
éliminant toute idée de supériorité des musulmans
sur les autres, toute idée que l'islam, en tant que dernière
révélation historique, viendrait "abolir" les précédents
messages religieux, et en éliminant toute trace d'animosité
envers les juifs, les chrétiens, les athées.
2. - Privilégier en toutes circonstances, dans tout acte et
tout discours, un islam profondément respectueux de l'environnement
culturel européen. S'interdire tout type de revendication ou d'action
qui ferait du musulman un "cas à part" dans la société
globale. Obéir aux règles qui s'appliquent à tous. S'imposer
à soi-même une civilité exemplaire, ce qui passe par
une attitude de discrétion, de modération, de tolérance,
de respect de la différence. Respecter les lois de l'Etat de droit
avec la conviction profonde qu'elles donnent à chacun les moyens et
les garanties de vivre selon ses convictions. Cela ne signifie pas que l'islam
doive devenir "invisible", simple affaire privée. Mais sa visibilité
légitime (droits publics d'expression, d'association, de réunion,
de culte) doit veiller à ne jamais dégénérer
ni en affichage ostensible ni en communautarisme. Non à l'affichage
ostensible : bannir tout discours, signe, attitude, manifestant dans l'espace
public une identité cu! lturelle susceptible de provoquer l'incompréhension
d'autrui, d'exciter des réactions de rejet. Non au communautarisme
: refuser d'entrer dans une logique de revendication de "droits spéciaux"
pour les musulmans, d'ouverture d'écoles religieuses, d'appel à
des mariages intracommunautaires et tous les cloisonnements visant à
instaurer une sorte de "développement séparé" pour la
population musulmane.
3. - Refuser toute idée de jihad (guerre prétendument
sainte). L'islam européen sera celui de la paix ou ne sera pas. Plus
précisément, il doit enfanter en lui-même, à
travers ses conduites et ses discours, une réconciliation concrète
et vivante des valeurs modernes et musulmanes. L'hypothèse du choc
des civilisations doit trouver son démenti dans notre capacité
quotidienne à harmoniser la culture musulmane et la culture européenne.
La responsabilité des musulmans européens est ici engagée
: c'est à nous qu'il revient d'être les adversaires les plus
résolus du jihad engagé par les fanatiques ; à nous
qu'il revient de prouver en acte que l'opposition entre modernité
et islam n'a rien d'absolu. Pour cela, il nous faut travailler sans relâche
à "compatibiliser" les valeurs des deux mondes, avec cet objectif
unique de donner à la "dignité de la personne humaine", valeur
la plus précieuse de la civilisation, une richesse et une force plus
grandes en associant à son service tou! tes les réserves
humanistes des Lumières et du Coran.
Abdennour Bidar enseigne la philosophie au lycée de Nice.
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 15.02.05
Cent ans après,
la loi sur la laïcité est l'enjeu de nouveaux débats
LE MONDE | 14.02.05 | 14h02
Jean-Pierre Raffarin devait lancer, lundi 14 février,
les célébrations pour le centenaire de la loi de séparation
de l'Eglise et de l'Etat. Ce texte de 1905, pourtant pilier de la République,
fait toujours l'objet de controverses, certains lui reprochant d'être
inadapté à l'intégration de l'islam en France.
Une commémoration sans effusion pour un sujet, la laïcité,
qui demeure sensible : tel sera le ton des cérémonies destinées
à célébrer le centenaire de la loi de séparation
des Eglises et de l'Etat. C'est à l'Institut de France, sous les
auspices de l'Académie des sciences morales et politiques, que sera
lancé sous la coupole, en présence du premier ministre, Jean-Pierre
Raffarin, lundi 14 février, cet anniversaire, marqué essentiellement
par des colloques historiques.
Rien à voir avec les cérémonies qui avaient marqué
le bicentenaire de la Révolution française.
Les controverses sur la loi du 15 mars 2004, interdisant les signes
ostensibles à l'école, sont-elles encore trop vivaces dans
les mémoires ? Même si le nombre d'élèves exclus
pour ce motif n'était que de 48 en janvier, le gouvernement semble
en tout cas peu enclin à rallumer la polémique sur la laïcité.
Rares sont les voix officielles qui parlent de la loi de 1905 autrement que
sur le mode du consensus infrangible. Dans une tribune parue dans La Croix
du lundi 14 février, Jean-Pierre Raffarin estime que "l'équilibre
subtil instauré par la loi de 1905 (...) doit être préservé".
La neutralité de l'espace public par rapport aux religions qu'elle
instaure correspond "aux attentes du peuple français". "Pour cette
raison, ajoute-t-il, je ne suis pas favorable à une modification
des principes édictés par la loi de 1905. Une évolution
législative en ce domaine ne pourrait être partielle : toucher
à une portion de l'édifice - fût-ce avec de! s intentions
louables - conduirait immanquablement à des réactions qui
ébranlerait tout le système." Le ministre de l'intérieur,
Dominique de Villepin, en fait une "loi pionnière, devenue un pilier
de notre identité collective" dans la présentation du recueil
édité à cette occasion (1905, la séparation des
Eglises et de l'Etat, Tempus/Perrin, 2004). L'ancien premier ministre (PS)
Laurent Fabius tout comme l'actuel président (UMP) de l'Assemblée
nationale, Jean-Louis Debré, se déclarent hostiles à
toute forme de révision.
Nicolas Sarkozy reste donc le seul dirigeant de premier plan à
avoir plaidé pour l'évolution d'une loi qui fut adoptée,
explique-t-il notamment, à une époque où l'islam
ne faisait pas partie des religions implantées dans le pays (Le
Monde du 27 octobre 2004). Mais c'est la Fédération protestante
de France qui a la première lancée l'idée d'une révision
(Le Monde du 18 janvier 2003) afin de permettre le financement des lieux
de culte par l'Etat. Un paradoxe quand on sait que le député
socialiste et protestant Francis de Pressensé (1853-1914), dreyfusard
et président de la Ligue des droits de l'homme, avait été
l'une des chevilles ouvrières du texte...
La loi de 1905 présente donc, aujourd'hui, ce curieux paradoxe
d'être à la fois citée comme l'un des principaux piliers
de la République et de n'avoir jamais réuni, pas plus aujourd'hui
qu'hier, de véritable consensus. Les catholiques ont ainsi longtemps
refusé d'appliquer la loi, à la suite de l'encyclique Vehementer
nos (11 février 1906) du pape Pie X. La loi avait pourtant accepté,
dans son article 4, de prendre les Eglises telles qu'elles étaient,
sans chercher à détacher les catholiques de Rome comme aux
temps de la Révolution française. Les inventaires des biens
ecclésiastiques nécessités par l'application de la
loi n'en donnèrent pas moins lieu à des troubles, jusqu'au
compromis de 1923 entre Aristide Briand et Mgr Cerruti.
Depuis 1946, la notion de laïcité a fait son entrée
dans le préambule de la Constitution. Et aujourd'hui, la hiérarchie
catholique s'oppose à toute révision d'une loi dont ses
fidèles se sont depuis longtemps accommodés.
LE TERRAIN DE L'ÉCOLE
Les affrontements se sont donc déplacés sur le terrain
de l'école. Et c'est l'école qui concentre tous les enjeux
symboliques de la laïcité. La "loi sur le voile" concerne ainsi
les seuls établissements scolaires, même si la question de
la laïcité se pose également sur les lieux de travail
ou dans les hôpitaux.
Les partisans de la révision, religieux ou intellectuels, assurent
que le texte de 1905 n'a rien d'intouchable et notent qu'il ne mentionne
pas explicitement la notion de laïcité. Dix articles sur les
44 que comporte la loi ont, depuis cent ans, fait l'objet de modification,
deux ayant été carrément supprimés. L'implantation
d'une forte minorité musulmane en France depuis les années
1970 justifie aussi, selon eux, que l'on retouche le texte. En outre, la
prolifération des sectes contraint la puissance publique à
se préoccuper de facto de la reconnaissance ou non de cultes (ce que
l'article 2 exclut).
Dans un ouvrage collectif à paraître le 3 mars sous la
direction du philosophe Yves-Charles Zarka, Faut-il réviser la loi
de 1905 ? (PUF), l'historien René Rémond, ancien membre de
la commission sur la laïcité présidée par Bernard
Stasi, pointe une contradiction entre l'article premier, qui stipule que
"la République (...) garantit le libre exercice des cultes", et l'article
2, qui proscrit toutes subventions publiques. Les pouvoirs publics mettent
gracieusement à la disposition des cultes les édifices religieux
dont ils ont l'usage."Les musulmans n'en ayant pas, ne devrait-on pas les
aider à en acquérir ou à en construire ?", demande-t-il.
Seule une révision serait, selon lui, à même de lever
cette contradiction. La commémoration ne clôt donc pas le débat.
Nicolas Weill
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"Financer les lieux de culte musulman"
Dans une tribune, parue lundi 14 février, dans La Croix, Jean-Pierre
Raffarin souligne que "dans le cadre du principe de laïcité,
les religions doivent pouvoir pleinement s'exprimer dans le cadre républicain.
C'est la raison pour laquelle le ministre de l'intérieur accompagne
actuellement le projet de création d'une fondation destinée
à permettre le financement dans de bonnes conditions des lieux
de culte musulman. Il ne s'agit pas évidemment de modifier la loi
de 1905 pour permettre le financement par l'Etat des lieux de culte. Il
s'agit plus simplement de mettre en oeuvre, dans le cadre juridique actuel,
tous les moyens permettant à un culte respecté par plusieurs
millions de nos concitoyens de disposer de capacité de construction
de lieux de prière. De la même façon, les projets mis
en oeuvre concernant la formation des imams visent tout simplement à
permettre à ceux-ci de bénéficier d'un accompagnement
leur permettant de maîtriser pleinement la langue frança!
ise et de s'intégrer dans une société dont ils ne
connaissent pas nécessairement tous les principes."
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 15.02.05
Lettre du pape aux évêques de France
A l’occasion du 100e anniversaire de la loi de séparation
entre l’Eglise et l’Etat
CITE DU VATICAN, dimanche 13 février 2005 (ZENIT.org) - Nous
publions ci-dessous le texte (publié ce samedi par le Bureau de presse
du Saint-Siège) de la Lettre que le pape Jean-Paul II a adressée
au président de la Conférence des Evêques de France,
Mgr Jean-Pierre Ricard et à tous les évêques, à
l’occasion du 100e anniversaire de la loi de séparation entre l’Eglise
et l’Etat.
À Mgr Jean-Pierre RICARD
Archevêque de Bordeaux et Président de la Conférence
des Évêques de France
et à tous les Évêques de France
1. Au cours de vos visites ad limina, chers Frères dans l’Épiscopat,
vous m’aviez partagé vos préoccupations et vos joies de
pasteurs, faisant apparaître les relations positives que vous entretenez
avec les Responsables de la société civile, ce dont je ne
peux que me réjouir. Lors de nos rencontres, j’avais eu l’occasion
d’aborder avec vous la question des rapports avec les Autorités
civiles, dans la perspective du centième anniversaire de la loi
de séparation de l’Église et de l’État. J’avais d’ailleurs
évoqué directement la question de la laïcité
dans le discours que j’avais adressé aux évêques de
la province de Besançon, le 27 février 2004.
2. En 1905, la loi de séparation de l’Église et de l’État,
qui dénonçait le Concordat de 1804, fut un événement
douloureux et traumatisant pour l’Église en France. Elle réglait
la façon de vivre en France le principe de laïcité
et, dans ce cadre, elle ne maintenait que la liberté de culte,
reléguant du même coup le fait religieux dans la sphère
du privé et ne reconnaissant pas à la vie religieuse et
à l’Institution ecclésiale une place au sein de la société.
La démarche religieuse de l’homme n’était plus alors considérée
que comme un simple sentiment personnel, méconnaissant de ce fait
la nature profonde de l’homme, être à la fois personnel et
social dans toutes ses dimensions, y compris dans sa dimension spirituelle.
Cependant, dès 1920, on sait gré au Gouvernement français
lui-même d’avoir reconnu d’une certaine manière la place
du fait religieux dans la vie sociale, la démarche religieuse personnelle
et sociale, et la constitution hiérarchique de l’Église,
qui est constitutive de son unité.
Le centième anniversaire de cette loi peut être aujourd’hui
l’occasion de réfléchir sur l’histoire religieuse en France
au cours du siècle écoulé, considérant les
efforts réalisés par les différentes parties en présence
pour maintenir le dialogue, efforts couronnés par le rétablissement
des relations diplomatiques et par l’entente scellée en 1924, souscrite
par le Gouvernement de la République, puis décrite dans
l’encyclique de mon Prédécesseur le Pape Pie XI, en date
du 18 février de cette année-là, Maximam gravissimamque.
Dès 1921, après des années difficiles, sur l’initiative
du Gouvernement français, étaient déjà engagées
de nouvelles relations entre la République française et
le Siège apostolique, qui ouvraient la voie à un cadre de
négociation et de coopération. Dans ce cadre, put s’engager
un processus de pacification, dans le respect de l’ordre juridique, tant
civil que canonique. Ce nouvel esprit de compréhension mutuelle
permit alors de trouver une issue à un certain nombre de difficultés
et de faire concourir toutes les forces du pays au bien commun, chacune
dans le domaine qui lui est propre. D’une certaine manière, on peut
dire que l’on avait ainsi déjà atteint une sorte d’entente
au jour le jour, qui ouvrait la voie à un accord consensuel de fait
sur les questions institutionnelles de portée fondamentale pour
la vie de l’Église. Cette paix, acquise progressivement, est devenue
désormais une réalité à laquelle le peuple français
est profondément attaché. Elle permet à l’Église
qui est en France de remplir sa mission propre avec confiance et sérénité,
et de prendre une part toujours plus active à la vie de la société,
dans le respect des compétences de chacun.
3. Le principe de laïcité, auquel votre pays est très
attaché, s’il est bien compris, appartient aussi à la Doctrine
sociale de l’Église. Il rappelle la nécessité d’une
juste séparation des pouvoirs (cf. Compendium de la Doctrine sociale
de l’Église, nn. 571-572), qui fait écho à l’invitation
du Christ à ses disciples: «Rendez à César
ce qui est à César, et à Dieu ce qui est à
Dieu» (Lc 20, 25). Pour sa part, la non-confessionnalité
de l’État, qui est une non-immixtion du pouvoir civil dans la vie
de l’Église et des différentes religions, comme dans la
sphère du spirituel, permet que toutes les composantes de la société
travaillent ensemble au service de tous et de la communauté nationale.
De même, comme le Concile œcuménique Vatican II l’a rappelé,
l’Église n’a pas vocation pour gérer le temporel, car, «en
raison de sa charge et de sa compétence, elle ne se confond d’aucune
manière avec la communauté politique et n’est liée
à aucun système politique» (Constitution pastorale
Gaudium et spes, n. 76 § 2; cf. n. 42). Mais, dans le même temps,
il importe que tous travaillent dans l’intérêt général
et pour le bien commun. C’est ainsi que s’exprime aussi le Concile: «La
communauté politique et l’Église, quoique à des titres
divers, sont au service de la vocation personnelle et sociale des mêmes
hommes. Elles exercent d’autant plus efficacement ce service pour le bien
de tous qu’elles recherchent davantage entre elles une saine coopération»
(Ibid., n. 76 § 3).
4. L’application des principes de la Doctrine sociale de l’Église
a permis, entre autres, de nouveaux développements dans les relations
entre l’Église et l’État en France, jusqu’à parvenir,
ces dernières années, à la création d’une
instance de dialogue au plus haut niveau, ouvrant la voie d’une part au
règlement des questions en suspens ou des difficultés qui
peuvent se faire jour dans différents domaines, et, d’autre part,
à la réalisation d’un certain nombre de collaborations dans
la vie sociale, en vue du bien commun. Ainsi, peuvent se développer
des relations confiantes qui permettent de traiter les questions institutionnelles,
en ce qui concerne les personnes, les activités et les biens, dans
un esprit de coopération et de respect mutuel. Je salue aussi toutes
les collaborations qui existent de manière sereine et confiante
dans les municipalités, dans les collectivités locales et
au sein des régions, grâce à l’attention des élus,
du clergé, des fidèles, et des hommes et des femmes de bonne
volonté. Je sais l’estime dans laquelle vous tenez les responsables
de la Nation et les liens que vous avez avec eux, étant toujours
prêts à apporter votre concours à la réflexion,
dans les domaines qui engagent l’avenir de l’homme et de la société,
et pour un plus grand respect des personnes et de leur dignité. Avec
vous, j’encourage les fidèles laïcs dans leur désir de
servir leurs frères et sœurs par une participation toujours plus active
à la vie publique, car, comme le dit le Concile Vatican II, «la
communauté des chrétiens se reconnaît réellement
et intimement solidaire du genre humain et de son histoire» (Constitution
pastorale Gaudium et spes, n. 1). En raison de leur statut de citoyens,
comme leurs compatriotes, les catholiques de France ont le devoir de participer,
selon leurs compétences et dans le respect de leurs convictions, aux
différents domaines de la vie publique.
5. Le christianisme a joué et joue encore un rôle important
dans la société française, que ce soit dans les domaines
politique, philosophique, artistique ou littéraire. L’Église
en France compte aussi, au vingtième siècle, de grands pasteurs
et de grands théologiens. On peut dire que ce fut une période
particulièrement féconde, même pour la vie sociale.
Henri de Lubac, Yves Congar, Marie-Dominique Chenu, Jacques et Raïssa
Maritain, Emmanuel Mounier, Robert Schuman, Edmond Michelet, Madeleine
Delbrêl, Gabriel Rosset, Georges Bernanos, Paul Claudel, François
Mauriac, Jean Lacroix, Jean Guitton, Jérôme Lejeune, autant
de noms qui ont marqué la pensée et la pratique françaises,
et qui demeurent comme des grandes figures reconnues, non seulement de la
communauté ecclésiale, mais aussi de la communauté
nationale. Ces personnes, ainsi que de nombreux autres catholiques, ont
eu une influence décisive sur la vie sociale dans votre pays et,
pour certains, dans la construction de l’Europe; tous fondaient leur démarche
intellectuelle et leur action sur les principes évangéliques.
Parce qu’ils aimaient le Christ, ils aimaient aussi les hommes et ils s’attachaient
à les servir. Il appartient aujourd’hui aux catholiques de votre
pays de marcher sur la voie de leurs devanciers. On ne peut pas non plus
oublier la place importante des valeurs chrétiennes dans la construction
de l’Europe et dans la vie des peuples du continent. Le christianisme a en
grande partie façonné le visage de l’Europe et il revient
aux hommes d’aujourd’hui d’édifier la société européenne
sur les valeurs qui ont présidé à sa naissance et qui
font partie de sa richesse.
La France ne peut que se réjouir d’avoir en son sein des hommes
et des femmes qui puisent dans l’Évangile, dans leur démarche
spirituelle et dans leur vie chrétienne, des éléments
et des principes anthropologiques promouvant une haute idée de l’homme,
principes qui les aident à remplir leur mission de citoyens, à
tous les niveaux de la vie sociale, pour servir leurs frères en
humanité, pour participer au bien commun, pour répandre la
concorde, la paix, la justice, la solidarité et la bonne entente
entre tous, en définitive pour apporter avec joie leur pierre à
la construction du corps social. À ce propos, il convient que vous
preniez soin aujourd’hui de développer toujours davantage la formation
des fidèles à la Doctrine sociale de l’Église et à
une réflexion philosophique sérieuse, notamment les jeunes
qui se préparent à exercer des charges importantes dans des
postes de décision au sein de la société; ils auront
alors à cœur de faire rayonner les valeurs évangéliques
et les fondements anthropologiques sûrs dans les différents
domaines de la vie sociale. C’est ainsi que, dans votre pays, l’Église
sera au rendez-vous de l’histoire. Les chrétiens sont conscients qu’ils
ont une mission à remplir au service de leurs frères, comme
le dit un des plus anciens textes de la littérature chrétienne:
«Si noble est le poste que Dieu leur a assigné, qu’il ne leur
est pas permis de déserter» (Lettre à Diognète,
VI, 10). Cette mission comporte aussi pour les fidèles un engagement
personnel, car elle suppose le témoignage par la parole et par les
actes, en vivant les valeurs morales et spirituelles, et en les proposant
à leurs concitoyens, dans le respect de la liberté de chacun.
6. La crise des valeurs et le manque d’espérance que l’on constate
en France, et plus largement en Occident, font partie de la crise d’identité
que traversent les sociétés modernes actuelles; ces dernières
ne proposent bien souvent qu’une vie fondée sur le bien-être
matériel, qui ne peut indiquer le sens de l’existence, ni donner
les valeurs fondamentales pour faire des choix libres et responsables,
source de joie et de bonheur. L’Église s’interroge sur une telle
situation et souhaite que les valeurs religieuses, morales et spirituelles,
qui font partie du patrimoine de la France, qui ont façonné
son identité et qui ont forgé des générations
de personnes depuis les premiers siècles du christianisme, ne tombent
pas dans l’oubli. J’invite donc les fidèles de votre pays, dans
la suite de la Lettre aux catholiques de France que vous leur avez adressée
il y a quelques années, à puiser dans leur vie spirituelle
et ecclésiale la force pour participer à la res publica,
et pour donner un élan nouveau à la vie sociale et une espérance
renouvelée aux hommes et aux femmes de notre temps. «On peut
penser à bon droit que le destin futur de l’humanité est
entre les mains de ceux qui sont en état de donner aux générations
à venir des raisons de vivre et d’espérer» (Concile
Vatican II, Constitution pastorale Gaudium et spes, n. 31). Dans cette
perspective, des relations et des collaborations confiantes entre l’Église
et l’État ne peuvent avoir que des effets positifs pour construire
ensemble ce que le Pape Pie XII appelait déjà «la légitime
et saine laïcité» [Allocution à la colonie des Marches
à Rome, 23 mars 1958: La Documentation catholique 55 (1958), col.
456], qui ne soit pas, comme je l’évoquais dans l’Exhortation apostolique
post-synodale Ecclesia in Europa, «un type de laïcisme idéologique
ou de séparation hostile entre les institutions civiles et les confessions
religieuses» (n. 117). Ainsi, au lieu de se situer en antagonisme,
les forces sociales seront toujours plus au service de l’ensemble de la
population qui vit en France. J’ai confiance qu’une telle démarche
permettra de faire face aux situations nouvelles de la société
française actuelle, en particulier dans le contexte pluriethnique,
multiculturel et multiconfessionnel de ces dernières années.
Reconnaître la dimension religieuse des personnes et des composantes
de la société française, c’est vouloir associer cette
dimension aux autres dimensions de la vie nationale, pour qu’elle apporte
son dynamisme propre à l’édification sociale et que les
religions n’aient pas tendance à se réfugier dans un sectarisme
qui pourrait représenter un danger pour l’État lui-même.
La société doit pouvoir admettre que des personnes, dans
le respect d’autrui et des lois de la République, puissent faire
état de leur appartenance religieuse. Dans le cas contraire, on court
toujours le risque d’un repliement identitaire et sectaire, et de la montée
de l’intolérance, qui ne peuvent qu’entraver la convivialité
et la concorde au sein de la Nation.
En raison de votre mission, vous êtes appelés à
intervenir régulièrement dans le débat public sur les
grandes questions de société. De même, au nom de leur
foi, les chrétiens, personnellement ou en associations, doivent pouvoir
prendre la parole publiquement pour exprimer leurs opinions et pour manifester
leurs convictions, apportant de ce fait leurs contributions aux débats
démocratiques, interpellant l’État et leurs concitoyens sur
leurs responsabilités d’hommes et de femmes, notamment dans le domaine
des droits fondamentaux de la personne humaine et du respect de sa dignité,
du progrès de l’humanité qui ne peut pas être à
n’importe quel prix, de la justice et de l’équité, ainsi que
de la protection de la planète, autant de domaines qui engagent l’avenir
de l’homme et de l’humanité, et la responsabilité de chaque
génération. C’est à ce prix que la laïcité,
loin d’être le lieu d’un affrontement, est véritablement l’espace
pour un dialogue constructif, dans l’esprit des valeurs de liberté,
d’égalité et de fraternité, auxquelles le peuple de
France est fort justement très attaché.
7. Je sais que vous êtes très attentifs à la présence
de l’Église dans des lieux où se posent les grandes et redoutables
questions du sens de l’existence humaine. Je pense – pour n’en nommer
que quelques-uns particulièrement significatifs – au cadre hospitalier
où l’assistance spirituelle aux malades et au personnel constitue
une aide de premier plan, ainsi qu’au domaine éducatif où
il importe d’ouvrir les jeunes à la dimension morale et spirituelle
de leur vie, pour leur permettre de développer leur personnalité
intégrale. En effet, l’éducation ne peut se limiter à
une formation scientifique et technique, mais elle doit prendre en compte
tout l’être du jeune. C’est dans cette perspective que travaille
l’Enseignement catholique, dont vous êtes responsables dans vos diocèses.
Je sais son souci d’être une instance partenaire de la démarche
éducative dont les Autorités civiles ont la charge, mais
aussi son désir de maintenir dans le corps enseignant et dans son
enseignement la spécificité qui lui est propre. Il revient
pour sa part à l’État, dans le respect des règles établies,
de garantir aussi aux familles qui le souhaitent la possibilité de
faire donner à leurs enfants la catéchèse dont ils
ont besoin, en prévoyant notamment des horaires convenables pour
cela. D’autre part, sans dimension morale, les jeunes ne peuvent qu’être
tentés par la violence et par des comportements qui ne sont pas dignes
d’eux, comme on le constate régulièrement. À ce propos,
je voudrais rendre hommage aux nombreux saints et saintes éducateurs,
qui ont marqué l’histoire de vos Églises particulières
et de la société en France. Il me plaît de rappeler les
deux derniers de vos compatriotes que j’ai eu l’occasion de canoniser, Marcellin
Champagnat, qui a largement contribué à l’éducation
de la jeunesse dans les campagnes françaises, et Léonie Aviat,
qui s’est attaché à venir en aide aux pauvres et qui a créé
des écoles pour les jeunes filles en milieu urbain. Je sais que
vous prenez soin de former des prêtres, des religieux et des religieuses,
et des laïcs, pour qu’ils soient des témoins et des compagnons
de leurs frères, attentifs à leurs interrogations et capables
de les soutenir dans leur démarche humaine et spirituelle. À
ce propos, je salue le travail courageux des enseignants et des éducateurs
auprès des jeunes de votre pays, connaissant la délicatesse
et l’importance de leur mission.
8. J’ai souhaité que l’année 2005 soit pour toute la
communauté ecclésiale une Année de l’Eucharistie.
Dans la Lettre apostolique que j’écrivais à ce sujet, je
rappelais que «la "culture de l’Eucharistie" promeut une culture
du dialogue et donne à cette dernière force et nourriture.
On se trompe lorsqu’on pense que la référence publique à
la foi peut porter atteinte à la juste autonomie de l’État
et des Institutions civiles, ou bien que cela peut même encourager
des attitudes d’intolérance» (Lettre apostolique Mane nobiscum
Domine, n. 26). Je vous invite donc tous, chers Frères dans l’Épiscopat,
ainsi que l’ensemble du clergé et des catholiques de France, à
puiser dans l’Eucharistie la force pour donner un témoignage renouvelé
des authentiques valeurs morales et religieuses, pour poursuivre un dialogue
confiant et des collaborations sereines avec tous au sein de la société
civile, et pour se mettre au service de tous.
Au terme de cette lettre, je voudrais vous exprimer et exprimer à
tous vos compatriotes ma reconnaissance pour ce qui a déjà
été accompli dans le domaine social et ma confiance en l’avenir
d’une bonne entente entre toutes les composantes de la société
française, entente dont vous êtes déjà les témoins.
Que tous vos compatriotes sachent que les membres de la communauté
catholique en France souhaitent vivre leur foi au milieu de leurs frères
et sœurs, et mettre à la disposition de tous leurs compétences
et leurs talents ! Que personne n’ait peur de la démarche religieuse
des personnes et des groupes sociaux ! Vécue dans le respect de
la saine laïcité, elle ne peut qu’être source de dynamisme
et de promotion de l’homme. J’encourage les catholiques français
à être présents dans tous les domaines de la société
civile, dans les quartiers des grandes villes comme dans la société
rurale, dans le monde de l’économie, de la culture, des arts, comme
de la politique, dans les œuvres caritatives comme dans le système
éducatif, sanitaire et social, avec le souci d’un dialogue serein
et respectueux avec tous. Je souhaite que tous les Français travaillent
main dans la main à la croissance de la société, afin
que tous puissent en bénéficier. Je prie pour le peuple de
France; ma pensée va en particulier aux personnes et aux familles
touchées par les difficultés économiques et sociales.
Qu’une solidarité toujours plus grande puisse s’instaurer pour que
nul ne soit laissé à l’écart ! Qu’en cette période,
une attention plus grande soit portée aux personnes qui n’ont pas
de toit, ni de nourriture !
Je garde en mémoire les différentes visites que j’ai
eu la joie d’accomplir sur la terre bien-aimée de France, et notamment
mon inoubliable pèlerinage à Lourdes, lieu particulièrement
cher aux fidèles de votre pays et plus largement à toutes
les personnes qui veulent se confier à Marie. J’ai pu mesurer la
profondeur humaine et spirituelle de la démarche d’hommes, de femmes
et d’enfants français qui viennent à la grotte de Massabielle,
témoignant ainsi du travail pastoral que vous réalisez dans
vos diocèses, avec les prêtres, les religieux et religieuses,
et les laïcs engagés dans la mission de l’Église.
En vous confiant à l’intercession de Notre-Dame de Lourdes,
que nous honorons tout particulièrement en ce jour et qui est vénérée
dans de nombreux sanctuaires de votre terre, et de tous les saints de
votre pays, je vous accorde, ainsi qu’à tous les fidèles
de vos diocèses, une affectueuse Bénédiction apostolique.
Du Vatican, le 11 février 2005.
IOANNES PAULUS II
[Texte original: Français]
1905-2005
: l'Etat face aux Eglises, par Jean-Arnold de Clermont
LE MONDE | 15.02.05 | 13h59
Il faut le souligner, la Fédération protestante de France
(FPF), créée en 1905, garde un attachement et une confiance
sans faille dans les principes énoncés par la loi de 1905
!
Alors que se développait, ces dernières années,
la lutte contre les "sectes", elle a tout à la fois rappelé
son refus d'une loi d'exception contre des associations qualifiées
de "sectes", sans qu'une telle dénomination repose sur le moindre fondement
juridique ; mais simultanément elle a fait entendre la légitimité
du rôle des pouvoirs publics dans leur volonté de contrôle
de l'espace social, dès lors qu'était respectée la
liberté des cultes.
Dans le même esprit, elle adressait au premier ministre, en décembre
2002, un document d'analyse de la situation des associations cultuelles
au regard de la loi du 9 décembre 1905. Je résume ce dossier
"Cultes, équité, laïcité" en une phrase : faire
entendre que, au-delà de la séparation des Eglises et de l'Etat,
il faut aujourd'hui développer une véritable liberté
d'exercice des cultes telle qu'annoncée par la loi.
Aujourd'hui, la loi de 1905 ne doit-elle pas être adaptée
à une nouvelle configuration religieuse où, aux quatre cultes
reconnus par le Concordat et les articles organiques, toujours en vigueur
en Alsace et Moselle, à savoir les cultes catholique, juif, luthérien
et réformé, se sont ajoutés les cultes orthodoxe, musulman,
évangélique et pentecôtiste, et des cultes orientaux,
dont le bouddhisme ?
La question doit être posée d'autant plus que le législateur
ne s'est pas privé de modifier cette loi plus d'une dizaine de fois
depuis 1905. Dans un premier temps, les réactions à cette
suggestion protestante de toilettage de la loi ont soulevé un tollé
: si l'on devait toucher à cette loi, n'allait-on pas mettre en péril
un édifice à l'équilibre encore instable ?
Relancer la "guerre des deux France" ? Rouvrir la boîte de Pandore
? Plutôt qu'à lancer des slogans dépassés que
l'on veuille bien ici examiner les pièces du dossier !
Une première difficulté pratique vient du lien existant
entre la loi de 1901 sur les associations et la loi de 1905 créant
les associations cultuelles ; dès lors que le législateur
modifie la loi de 1901, cette modification s'applique aux associations cultuelles
et cette automaticité du lien met en péril une disposition
essentielle de la loi de 1905 qui prétend ne pas intervenir dans le
mode de gouvernement interne des Eglises !
Nous proposons que soit simplement vérifié préalablement
si la disposition envisagée n'est pas contraire à l'affirmation
de la liberté des cultes.
Les associations cultuelles ont un objet unique, "exclusivement cultuel",
déterminé par l'article 19 de la loi. Toutes pourtant développent
une activité culturelle (journaux, publications, musique et chant...)
ou une activité sociale (jeunesse, diaconie, entraide, mission...).
Pour ce faire elles doivent créer autant d'associations à
vocation culturelle ou sociale ; soit ! Mais outre les complications administratives,
elles refusent d'être "saucissonnées" en différents
objets ; elles sont principalement à vocation cultuelle, mais exercent
leur rôle culturel et social dans l'espace public.
Nous avons proposé que cela soit reconnu, et si l'on ne veut
pas modifier la loi, cela ne pourrait-il pas se faire de manière
réglementaire simple en reconnaissant que 20 % de leurs ressources
pourraient être consacrés à leurs activités
culturelles et sociales, et reversés à des associations ad
hoc ?
Ces préoccupations techniques ne mettent pas en question les
principes de la loi de séparation des Eglises et de l'Etat. Mais
il n'en est pas de même du constat que nous faisons, de plus en plus
souvent, de la non-application de la loi.
Prenons le dossier du financement des lieux de culte. L'article 2 de
la loi indique que "la République ne reconnaît, ne salarie ni
ne subventionne aucun culte". Le protestantisme français s'y est
plié.
Quand il a besoin de construire un lieu de culte, il achète,
emprunte, se fait soutenir financièrement par les membres de ses
associations cultuelles ou des Eglises soeurs, souvent à l'étranger.
Souvent les communautés achètent un local commercial qu'elles
transforment en lieu de culte.
Elles se heurtent alors à la mauvaise volonté de bien
des municipalités qui refusent le changement d'affectation du local
pour qu'il soit apte à recevoir du public (quand bien même
les normes de sécurité sont respectées). Il faut dire
qu'il s'agit souvent de communautés évangéliques,
de Français issus de l'immigration... Tout ce qu'il faut pour être
suspecté d'être une "secte".
Faut-il qu'il en soit différemment pour les mosquées ?
Deux raisons sont évidentes ; l'une purement "politique" : permettre
à l'islam de France de "sortir des caves". Qui n'applaudit à
cela ?
L'autre est plus historique : pourquoi une nouvelle religion s'implantant
en France ne bénéficierait-elle pas d'une aide de départ
?
On a donc inventé des formules qui déjà avaient
été utilisées pour les Chantiers du cardinal, créés
en 1931 : baux emphytéotiques, prêts avec garantie des municipalités,
aide déguisée de l'Etat pour des parties consacrées
au culturel...
Pourquoi ne pas dire alors les choses de manière claire et officielle
? Qu'en contrepartie des obligations faites aux associations cultuelles
de ne disposer que des ressources des fidèles ou des dons et legs
régulièrement enregistrés, des conditions d'emprunt
et de baux pourraient leur être accordées ?
Un texte législatif simple pourrait confirmer cela sans mettre
en question la loi de 1905, et surtout s'appliquer à tous sans que
quiconque ait à discerner s'il s'agit d'un culte "religieusement
correct".
On peut me semble-t-il suivre un raisonnement semblable pour la formation
des ministres des cultes. Celle-ci doit relever des cultes eux-mêmes
; la distinction entre le théologique et le culturel doit être
faite et permettre des soutiens publics à l'initiation au français,
à la culture de la laïcité, aux lois qui régissent
les cultes... Mais, là encore, cela doit être vrai pour tous.
Est-il insultant pour les législateurs de 1905 de dire qu'ils n'avaient
pas tout prévu et que des améliorations à la loi pourraient
intervenir dans un contexte nouveau, un siècle plus tard ?
Une véritable liberté des cultes ; c'est bien l'enjeu
fondamental qui se dessine en cette année 2005. A plusieurs reprises,
nous avons constaté au cours des derniers mois, résultat
probable d'un débat escamoté sur la laïcité,
que des responsables politiques ou privés remettent en question
cette liberté. Ils veulent contrôler le religieux.
N'a-t-on pas vu un député et maire interrompre un service
religieux pour un contrôle de sécurité, contrevenant
en cela à l'article 32 de la loi de 1905, qui punit de dix jours
à un mois de prison une telle voie de fait ?
De même se manifeste une volonté de reléguer le
religieux dans l'intimité de la sphère du privé. Plus
encore se dessine la volonté de certains de ne connaître que
le religieux "modéré" (et qui détermine ce qui est
modéré, dès lors que les lois de la République
sont respectées ?) et l'identifiable, c'est-à-dire ce qui
ressemble à l'idée a priori que l'on s'en fait.
Devant de telles dérives il faut revenir à la loi de 1905
et à ses principes. Elle a instauré pour les cultes un régime
de simple déclaration associative, sur la base de statuts dont l'objet
est exclusivement cultuel.
Nul ne peut leur contester le droit d'exister dès lors qu'elles
respectent les lois en vigueur. Elles doivent toutes pouvoir bénéficier
des avantages de la loi de 1905 et des lois complémentaires qui les
régissent. Elles n'ont pas à être soumises à
une pseudo-"reconnaissance", exclue par la loi de 1905.
Une telle liberté appartient à l'idée même
que nous nous faisons d'un Etat laïque et républicain. Cette
laïcité, qui n'a besoin d'aucun adjectif (apaisée, ouverte...)
pour la qualifier, est un mode de vivre ensemble où agnostiques
et athées, juifs, chrétiens et musulmans, etc., constituent
ensemble, dans le respect de leurs différences, la société
civile.
Jean-Arnold de Clermont est président de la Fédération
protestante de France et de la conférence des Eglises européennes
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 16.02.05
Plus d'un demi-siècle
après la disparition de Mustafa Kemal Atatürk
L'interdiction du voile remise en question en Turquie
Istanbul : Marie-Michèle Martinet
[16 février 2005]
La question est restée en suspens pendant plusieurs semaines :
fallait-il autoriser la publication de la correspondance et du journal intime
de Latife Usakligil, qui fut l'épouse de Mustafa Kemal Atatürk
jusqu'à leur divorce, en 1925 ? La réponse a finalement été
tranchée par le président de la Fondation d'histoire turque
qui, à la demande de la famille Usakligil, a décidé
que ces écrits resteraient secrets.
Décédée en 1975, celle qui, pendant deux ans, partagea
la vie du «Gazi» a emporté dans la tombe sa part de
vérité sur une relation conjugale particulièrement
orageuse. Issue de la bonne société d'Izmir, polyglotte raffinée,
Latife Usakligil n'avait jamais pu accepter les manières parfois
fort cavalières de son mari, qui la délaissait au profit
de ces longs dîners de travail très arrosés, restés
célèbres dans l'entourage du fondateur de la république
turque. De nombreux témoignages s'accordent cependant à relever
que cette femme de caractère eut une réelle influence sur
l'élaboration de certaines réformes, concernant notamment
l'émancipation des femmes qui, à l'époque, n'avait
rien à envier à la norme européenne. Dès 1934,
avant les Françaises, les citoyennes turques allaient obtenir le
droit de voter et d'être élues. Comme le remarque l'historien
Jean-François Pérouse dans son récent ouvrage, La
Turquie en marche (É. La Martinière), l'Assemblée
nationale turque de 1935 comptait dix-huit femmes... soit cinq sièges
de plus qu'en 1995.
Au regard du temps passé, des changements accomplis et de ceux
que certains aimeraient aujourd'hui mettre en oeuvre, on mesure l'importance
du bond en avant accompli sous l'impulsion de Mustafa Kemal Atatürk
: adoption de l'alphabet latin, rejet des vieux symboles vestimentaires,
tels que le fez, au profit du costume occidental... Le pays tout entier s'engagea,
dès 1920, dans un profond bouleversement culturel. Parfois à
marche forcée : Olivier Roy, chercheur au CNRS, qui vient de diriger
la rédaction d'un ouvrage collectif, La Turquie aujourd'hui (éditions
Universalis) rappelle que parmi les oukases édictés par Mustafa
Kemal figurait «l'obligation faite aux fonctionnaires d'assister aux
bals du samedi avec leurs épouses en robe du soir et les bras nus,
ce qui, dans les villages reculés de l'Anatolie, devait apparaître
comme une sorte de nudisme».
Face à un tel esprit de réforme et d'audace, ce début
de XXIe siècle à Ankara peut sembler, surtout dans le domaine
culturel, bien timoré ; et dominé avant tout par une volonté
de recul et de repli.
A l'image de cette insistance du premier ministre turc à lever
l'interdiction du foulard dans les universités, en dépit du
refus maintes fois exprimé par les défenseurs de la laïcité.
Dans une interview publiée récemment par un hebdomadaire allemand,
Recep Tayyip Erdogan rappelle sa volonté de faire adopter, à
plus ou moins long terme, le port du voile à l'université.
Le premier ministre turc confie également que sa fille, qui poursuit
ses études aux Etats-Unis pour pouvoir continuer à se voiler
la tête, considère le foulard non comme une contrainte, mais
comme un accessoire de l'élégance féminine.
Cette interview a provoqué un tollé en Turquie, l'opposition
laïque accusant notamment le premier ministre d'avoir établi
un agenda secret avec ses ministres pour tenter, en catimini, de modifier
l'actuelle Constitution. Sur la défensive, Recep Tayyip Erdogan s'est
efforcé d'atténuer son propos, accusant le journaliste allemand
d'avoir falsifié ses déclarations. Mais celui-ci a riposté
en publiant un échange de courriels attestant du sérieux et
de l'honnêteté de son travail...
Comme ce fut déjà le cas à l'automne dernier, quand
le gouvernement avait voulu faire voter une loi prévoyant de pénaliser
l'adultère, l'image de la femme et son rôle dans la société
turque se retrouvent donc encore une fois placés au centre de l'éternelle
polémique opposant les tenants d'une Turquie moderne et laïque
à ceux qui voudraient la voir renouer avec des traditions que les
premiers jugent rétrogrades et liberticides. Avec en toile de fond
la question de savoir si, en Turquie, l'Islam peut être soluble dans
la démocratie ; ou l'inverse...
Même la secrétaire d'Etat américaine, Condoleezza
Rice, finirait par y perdre ses repères. La semaine dernière,
à Paris, devant les étudiants de Sciences Po, en présentant
la Turquie comme un modèle de pays musulman dont Bagdad pourrait
s'inspirer pour établir une démocratie en Irak, elle s'est
attirée les foudres du très laïc président de
la République turque, Ahmet Necdet Sezer : «La Turquie ne peut
pas être citée comme exemple d'un Islam modéré,
a-t-il martelé. La Turquie ne peut être décrite que comme
un modèle de système laïc.»
Un système où les femmes voilées, même quand
elles se présentent au bras de leur mari, ministre du gouvernement
AKP, sont interdites de soirée dans l'enceinte du palais présidentiel.
Ce même palais de Cankaya où, il y a plus d'un demi-siècle,
robe noire et bras nus étaient déjà de rigueur.
Une circulaire
recommande la souplesse face à l'édification des lieux de
culte
LE MONDE | 21.02.05 | 14h58
"La neutralité ne signifie pas l'indifférence", précise
le ministère de l'intérieur.
Le ministère de l'intérieur a adressé aux préfets
une circulaire en date du 14 février, leur rappelant les conditions
de construction des lieux de culte. Ce document, publié sur le site
Internet du ministère, insiste sur le fait que "l'édification
d'un lieu de culte ne peut être empêchée que pour des
motifs liés à l'application des règles en vigueur, notamment
des règles en matière d'urbanisme et de construction des édifices
recevant du public".
La circulaire plaide pour une prise en compte positive du fait religieux
par l'administration. "Le principe de séparation des Eglises et de
l'Etat, fixé par la loi du 9 décembre 1905, et le principe
fondamental de laïcité inscrit dans la Constitution font de la
neutralité la pierre angulaire des relations des autorités publiques
avec les organes religieux", souligne-t-elle.
Cependant, "la neutralité ne signifie (...) pas l'indifférence
à l'égard du fait religieux puisqu'aux termes mêmes de
la loi du 9 décembre 1905, la République garantit le libre
exercice des cultes sous les seules restrictions édictées par
la loi dans l'intérêt de l'ordre public".
La circulaire, signée par Pierre Mongin, directeur de cabinet de
Dominique de Villepin, dresse ensuite un rapide état des lieux de
la législation en matière d'urbanisme et d'édification
des lieux de culte. Elle rappelle les conditions qui peuvent entraîner
le refus d'un permis de construire.
Elle se conclut sur cette phrase adressée aux préfets :
"Le rappel des principes et de la jurisprudence doit vous permettre, lorsque
vous êtes informés d'un projet de construction et d'aménagement
de lieu de culte, d'assister les maîtres d'ouvrage et les communes
afin d'éviter la multiplication des situations litigieuses."
Ce rappel des principes vise principalement les élus qui, au cours
des dernières années, ont posé des obstacles injustifiés
à la construction de mosquées ou de salles de prière
musulmanes dans leur commune.
"DISCRIMINATIONS"
Mais l'islam n'est pas seul concerné. A l'issue d'un entretien
avec le premier ministre, Jean-Pierre Raffarin, le 11 janvier, le pasteur
Jean-Arnold de Clermont, président de la Fédération
protestante de France, avait dénoncé les "tracasseries administratives"
et les "discriminations" dont étaient victimes, selon lui, les associations
protestantes désirant construire ou acquérir des lieux de culte.
"Des associations cultuelles se voient opposer des règlements d'urbanisme
alors que, dans le même temps, on fait tout ce qu'il faut pour permettre
au culte musulman de trouver des mosquées, de s'implanter ici et
là", avait-il même déclaré.
La Fédération protestante déplore en particulier
que plusieurs municipalités s'opposent à l'installation de
lieux de culte protestants, au motif qu'ils ne comptent pas assez de places
de parking pour accueillir les fidèles.
De son côté, l'Eglise catholique constate quelques problèmes
dans des villes de la région parisienne. "Il arrive que des projets
s'enlisent, dans des communes où il y a un manque d'assise foncière,
et où le plan d'occupation des sols ne prévoit pas la construction
de lieux de culte, indique Marie-Caroline de Marliave, porte-parole de la
Conférence des évêques de France. Ce sont des difficultés
d'ordre administratif, mais qui peuvent constituer des blocages en l'absence
d'une volonté forte."
Xavier Ternisien
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 22.02.05
"Wer Geschichte
relativiert, macht einen Fehler"
Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski zu seinen Erwartungen
an
Deutschland und an Kreml-Chef Putin
Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski
Foto: AP
DIE WELT: Im Mai 2003 haben Sie in Warschau eine Rede gehalten, in der
Sie sagten, daß "alle Polen ohne Parteibücher und ohne Trennungen
gemeinsam für Europa arbeiten müssen". Die euroskeptischen Parteien
in Ihrem Land werden aber immer stärker. Was bedeutet das - etwa mit
Blick auf das Referendum zur EU-Verfassung?
Aleksander Kwasniewski: Ich halte unbedingt aufrecht, was ich damals gesagt
habe. Die ersten Monate seit dem Beitritt sind als Erfolg zu verbuchen.
Ich glaube, wir haben sogar die skeptischsten polnischen Bauern überzeugen
können, die gewaltige Beiträge an Beihilfen bekommen haben. Ich
glaube, wir sind das einzige europäische Land, das mehr als 90 Prozent
der möglichen Subventionsanträge gestellt hat. Es existiert ein
großes Vertrauen, große Überzeugung, die der EU entgegengebracht
werden - und die nichts mit den zunehmenden populistischen, antieuropäischen
Kräften zu tun haben. Was paradox klingen mag. Denn diese Kräfte,
die heute in den Umfragen punkten, gewinnen vor allem deshalb, weil sie
gegen die Regierung, aber auch alle Umgestaltungen Polens der letzten 15
Jahre sind. Den neuesten Umfragen zufolge sind 65 Prozent der Polen für
den Verfassungsvertrag - und ich glaube, das ist eine ehrliche Zahl. So würde
ich auch den möglichen Ausgang einschätzen, 65 dafür, 25 bis
30 Prozent dagegen.
DIE WELT: Sie waren einer der wichtigsten Vermittler in der "orangenen
Revolution". Wie reagiert Berlin mittlerweile auf Ihr Anliegen, die Ukraine
in die EU zu holen?
Kwasniewski: Ich freue mich, daß die orangene Revolution so ausgegangen
ist - denn da gab es einige sehr gefährliche, riskante Situationen.
Man sollte der Ukraine eine europäische Perspektive eröffnen, denn
sie hat sich selbst darum beworben, sie will sich in die EU-Strukturen integrieren.
Ich will heute weder über das Datum entscheiden noch über das
gesamte notwendige Kalendarium - aber ich sage ganz klar und wiederhole
hier: Die Ukraine hat ihren Platz in der EU. Und daran sind wir nicht nur
als Polen, sondern als Europäer interessiert. Das sagt aber noch nichts
über das weitere Vorgehen. Die Hauptlast liegt bei der Ukraine - aber
dazu sind sie auch bereit. Ich habe den Enthusiasmus gesehen, die Menschen,
die daran glauben, daß es möglich ist. Ich spreche nicht nur
von der Regierung, dem Präsidenten, sondern von den einfachen Menschen.
Und ich hoffe, daß die Deutschen dem förderlich sein werden. Denn
wenn die Deutschen in zwei Dingen Erfahrung haben, die sie den Ukrainern
vermitteln könnten, dann ist das die Transformationserfahrung des Ostens.
Und wie man sehr gute Beziehungen im europäischen Umfeld aufbaut. Zum
Beispiel die deutsch-französische Versöhnung. Hier hat Deutschland
seine Rolle zu spielen.
DIE WELT: Und dazu ist Berlin bereit?
Kwasniewski: Ich glaube ja. Nach Gesprächen mit Präsident Köhler
und Bundeskanzler Schröder habe ich den Eindruck, daß sich alle
bewußt sind, daß es kein einfacher Prozeß sein wird, aber
daß man diese Perspektive den Ukrainern ehrlich aufzeigen muß.
DIE WELT: Bürger vieler Länder lehnen die am 9. Mai in Moskau
geplanten Feiern zum 60. Jahrestag des Kriegsendes ab, weil sie dieses Datum
nicht als Tag der Befreiung, sondern der Besatzung empfinden. Auch in Polen
gibt es diese Kritik. Warum fahren Sie trotzdem?
Kwasniewski: Ja, ich werde hinfahren. Es kommen alle politischen Führer,
soweit ich weiß. Wir nehmen teil, um die Beendigung des Zweiten Weltkriegs
- des blutigsten Krieges in der Geschichte der Menschheit - zu feiern und
den Sieg über den Faschismus. Ich würde sicher nicht hinfahren,
wenn es ein Jahrestag von Jalta wäre oder des Ribbentrop-Molotow-Pakts.
Da gibt es ganz andere Konnotationen. Dieser Pakt war für uns de facto
eine Aufteilung und Besatzung Polens durch zwei Großmächte, Nazideutschlands
und der Sowjetunion. Und ich verstehe sehr wohl die Positionen von Litauen,
Lettland und Estland, für die das auch ein dramatisches Ereignis war.
Das Problem der Beendigung des Zweiten Weltkriegs ist das folgende: Die
Sowjetunion, die USA und Großbritannien haben eine Aufteilung ihrer
Einflüsse vorgenommen. Das läßt sich nicht mehr rückgängig
machen. Aber es geht um eine moralische Bewertung. Wenn wir Präsident
Bush hören, der sagt, daß Jalta eine erneute Aufteilung Europas
war - und eine Entscheidung, an der die Amerikaner beteiligt waren -, die
für viele Europäer vor allem keine Freiheit gebracht hat, Freiheit,
über das eigene Schicksal zu entscheiden. Manche Länder wurden
somit - wenn auch nicht direkt - zu besetzten Ländern. Das muß
alles gesagt werden! Nicht um die Geschichte rückgängig zu machen,
das geht nicht. Aber es muß ehrlich und aufrichtig sein. Das erwarten
wir von der russischen Seite. Putin hat hier große Möglichkeiten,
um auf der einen Seite den großen Beitrag der Sowjetvölker, der
russischen Nation im Sieg über den Faschismus aufzuzeigen. Aber andererseits
auch zu bewerten, was nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat. Wir erwarten
nichts Ungewöhnliches - nur eine gerechte, moralische Bewertung dessen,
was nach 1945 passiert ist.
DIE WELT: Welche konkreten Schritte sind möglich, um die schwierige
Diskussion zwischen Polen und Deutschen um Vertreibung und Entschädigung
in den nächsten Jahren zu entkrampfen?
Kwasniewski: Nazi-Deutschland hat diesen Krieg angefangen. Und diese Wahrheit
darf auf keinerlei Art und Weise relativiert werden. Alles, was später
passiert ist, war eine Konsequenz dessen. Die Vertreibungen, die Veränderung
der Grenzen. Wenn wir uns in diesem Geist unterhalten, wenn wir nicht das
Gefühl haben, daß eine Relativierung der Geschichte stattfindet,
Versuche, diese umzudrehen, dann können wir miteinander sprechen. Das
Problem der Vertreibungen bezieht sich genauso auf die Deutschen wie auf
die Polen. Millionen Polen wurden umgesiedelt aus dem Osten des Landes.
Meine Mutter ist in Vilnius geboren. Ich habe ein Dokument des NKWD über
die Zwangsumsiedlungen. Da waren auch meine Großeltern und meine Mutter
und ihre zwei Geschwister aufgeführt - und darüber eine Klammer:
ein Koffer. Ein Koffer für die ganze Familie. Das sind Dramen, die
in sehr vielen Völkern stattfinden und denen gegenüber wirsehr
sensibel und aufgeschlossen sein müssen. Wir sollten immer daran denken,
daß das alles mit etwas angefangen hat. Mit den Nazis, dem Zweiten
Weltkrieg Hitlers, dem 1. September 1939. Die Nazis haben Polen als souveränes
Land von Europas Landkarte wegradiert. Das ist die Schlüsselfrage. Das
ist nicht einmal zu diskutieren, das muß man gemäß der historischen
Wahrheit annehmen. Wir sind nun gemeinsam in der EU, in der Nato - das ist
fast ein historisches Wunder. Wir sollten ein Gefühl der Sicherheit,
der Gemeinschaft haben. Diejenigen, die in die umgekehrte Richtung arbeiten
- ich will sie nicht beim Namen nennen -, machen einen Fehler.
DIE WELT: Teilen Sie die Meinung von Bundeskanzler Schröder, daß
dieNato reformbedürftig ist?
Kwasniewski: Die Nato hat sich bewährt. In mehr als 50 Jahren und
durch ihre Erweiterung hat sie nicht nur den Raum für Sicherheit, sondern
auch für demokratische Standards verbreitert. Nun muß sie sich
wegen anderer Bedrohungen verändern. Sie ist eine gelungene Organisation;
sie sollte offen bleiben, die transatlantischen Fundamente festigen. Wenn,
dann sollten wir mehr über die gemeinsame Sicherheitspolitik der EU
sprechen - aber nicht in Konfrontation mit der Nato, nicht anstelle der Nato.
Nicht indem man die Nato vervielfältigt, sondern als Ergänzung,
die zeigt, daß auch Europa sich in den letzten 50 Jahren verändert
hat. Daß es immer fähiger wird, Verantwortung selbst zu übernehmen.
Wenn zu reformieren ist, dann ist das viel eher die UNO. Die Nato hingegen
kann man verändern, ohne daß es wesentlicher Reformen bedarf.
Das Gespräch führten Stefanie Bolzen und Matthias Kamann.
Artikel erschienen am Mo, 28. Februar 2005
La mise en berne
des drapeaux en France pour la mort du pape crée un début de
polémique
LEMONDE.FR | 04.04.05 | 16h47 . Mis à jour le 04.04.05
| 20h33
Une polémique s'est amorcée en France sur la mise en berne
des drapeaux en hommage à Jean Paul II, certains hommes politiques
de gauche, mais pas uniquement, estimant que le gouvernement en fait "trop",
alors que l'on célèbre justement cette année le centenaire
de la loi sur la laïcité.
Des élus de gauche ont dénoncé ce geste en l'honneur
d'un chef religieux et le président du parti de centre droit UDF, François
Bayrou, allié souvent rebelle du gouvernement, a jugé que cette
décision "ne correspond pas à la distinction qu'il faut faire
entre convictions spirituelles et choix politiques et nationaux".
"Je n'aurais certainement pas pris une telle décision", a déclaré
M. Bayrou, alors que le gouvernement du premier ministre Jean-Pierre Raffarin
la justifiait comme! un hommage normal à un chef d'Etat.
Un adjoint au maire de Paris, Christophe Girard (écologiste), avait
ouvert la brèche dimanche, en se disant "troublé" par "l'utilisation
du symbole national" au risque "d'aiguiser les appétits des communautaristes"
et de réveiller la querelle sur la laïcité, toujours prête
à ressurgir en France.
On l'a vu avec la loi adoptée l'an dernier pour interdire les signes
religieux, dont le foulard islamique, dans les établissements scolaires,
ou lorsque Nicolas Sarkozy, le président du parti au pouvoir en France,
l'UMP (droite), a suggéré de toiletter la loi de 1905 sur la
séparation de l'Eglise et de l'Etat pour tenir compte de l'islam.
"ENGRENAGE"
Le sénateur socialiste Jean-Luc Mélenchon a renchéri,
en mettant en garde lundi contre un "engrenage" et en appelant "les autorités
de l'Etat" à faire preuve d'une "laïcité absolument sans
ombre, sans demi-teinte".
Allant plus loin, Yves Contassot, autre adjoint écologist! e du maire
de Paris, a jugé "complètement déplacée" la mise
en berne des drapeaux, accusant d'"abus de pouvoir" le président Jacques
Chirac qui, selon lui, engage "l'ensemble des Français" dans ce qui
relève du "domaine de la vie privée".
Le gouvernement a invoqué les "usages républicains" et expliqué
que cette décision, conforme à ce qui avait été
observé pour les précédents papes, s'applique "aux chefs
d'Etat en fonction avec lesquelles la France entretient des relations privilégiées".
M. Girard a rétorqué que cela n'avait pas été
le cas pour le roi du Maroc Hassan II, "partenaire privilégié
de la France", alors que les drapeaux avaient été mis en berne
à la mort de l'ancien président américain Ronald Reagan,
qui n'était