Voile  : une employée municipale suspendue
LE MONDE | 18.01.05 | 16h38

Une femme de ménage, fonctionnaire de la ville de Meylan (Isère), a été suspendue de ses fonctions, le 13 novembre, au retour d'un congé maternité, au motif qu'elle portait un foulard islamique. La mairie a estimé que cette tenue était "incompatible avec son travail dans un établissement scolaire".

Mme Abla Bentraifa, qui est fonctionnaire de la mairie depuis 1992, titularisée en 1997, exerce les fonctions d'agent d'entretien de catégorie C dans une école. La mairie (UMP) de Meylan a convoqué l'agent le 23 juillet pour discuter de sa reprise de travail, prévue le 13 novembre. On lui a alors demandé de retirer son voile. A la suite de son refus, elle a été suspendue provisoirement de ses fonctions. Elle continue de percevoir la totalité de son traitement jusqu'en mars, date à laquelle un conseil de discipline du Centre de gestion de la fonction publique territoriale de l'Isère doit rendre un avis. Mme Bentraifa a déposé un recours en annulation contre cette décision, le 13 janvier, devant le tribunal administratif de Grenoble.

L'adjoint chargé de l'administration générale, Damien Guiguet, justifie la mesure par le respect de la laïcité : "Un fonctionnaire ne doit pas mettre en avant ses convictions religieuses, surtout de manière particulièrement ostensible, puisque Mme Bentraifa ne montre que l'ovale de son visage."

L'agent avait proposé, dans un courrier au maire du 6 octobre, de changer de poste : "Il m'est impossible de retirer mon voile. Ce serait une atteinte à ma vie privée et à ma religion. Mais je suis prête à accepter de changer de fonctions pour ne plus être en contact avec le public, par exemple faire la plonge à la cantine, au lieu de servir."

Son avocat, Me Thierry Aldeguer, constate que "la ville de Meylan invoque un arrêt de la cour administrative d'appel de Lyon, qui concerne le cas d'un inspecteur du travail. Dans le cas de Mme Bentraifa, on applique le principe de laïcité à des fonctionnaires d'exécution. C'est pousser un peu loin le principe de neutralité des services publics."


Xavier Ternisier

. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 19.01.05


Das Image des Islam und seine Designer

Wissen- schaftler prägen unser Bild von den Muslimen und ihrer Religion. Aber welche Werte und Interessen bestimmen eigentlich das Islam-Bild dieser Experten?

Kürzlich rief eine Zeitungsredakteurin bei Ali Kizilkaya an, dem Vorsitzenden des Islamrats. Sie habe gehört, islamische Religionslehrer in Berlin lehrten, für Muslime gebe es "Glaubensgeschwister" und "Menschengeschwister" - ob das nicht faschistisch sei? Kizilkaya stutzte, schließlich ist diese Unterscheidung Juden, Christen und Muslimen gemein. Als er verneinte, zog die Jour- nalistin ihren Trumpf: "Ich kenne einen Islam-Experten, der gibt mir recht." Der Moslem stutzte wieder, dann zog er seine höchste Karte: "Und ich kenne Experten, die mir zustimmen."

Noch nie wurden Islam-Kenner so sehr im Alltag gebraucht und benutzt wie heute. Politiker, Moslemlobbyisten, Verfassungsschützer und Medien - alle greifen sie auf eine immer größere Zahl von Experten zurück. Permanent prägen diese Fachleute im Fernsehen, in parlamentarischen Anhörungen oder mit ihren Bestsellern unser Bild einer Weltreligion.
Aber was prägt die Experten? Was hoffen und fürchten die Kritiker und Fürsprecher des Islam?

Auf Seiten der Kritiker gehört Ursula Spuler-Stegemann zu den renommiertesten Fachleuten. Als tiefes Anliegen bezeichnet es die Marburger Professorin, die schweigende Mehrheit moderater Muslime in Deutschland zu schützen - vor der Dominanz der islamistischen Minderheit. Auch persönlich verhilft sie muslimischen Frauen zur Flucht, die den Ehrenkodex der Familie verletzten. Und seit Jahren warnt sie die Kirchen vor Organisationen wie Milli Görüs oder dem von Milli Görüs dominierten Islamrat. Wer mit diesen Gruppen in regelmäßigen Dialog trete (was jüngst der ranghöchste Protestant Wolfgang Huber tat, siehe Kasten), küre Verfassungsgegner zu Sprechern der Muslime. Dann sei es nur noch ein Schritt, bis Islamisten kirchliche Privilegien bekämen - wie die Gestaltung schulischen Islamunterrichts oder Sitze in Medienräten. "Das wäre", sagt sie, "ein Tritt in den Hintern der schweigenden Mehrheit."

Ihre Sorge vor deutschen Islamisten speist sich aus eingehenden Studien radikalislamischer Gesellschaften - denn solche Verhältnisse seien ja Fernziel hiesiger Strenggläubiger. In ihren Büchern listet die Forscherin akribisch auf, was Gläubige im Iran, in Saudi-Arabien, Pakistan oder Nigeria ihren Mitmenschen so antun dürfen: etwa Ehebrecher steinigen, widerspenstige Frauen prügeln, Blasphemiker hinrichten oder Christen verfolgen. Nüchtern und sachlich dokumentiert sie diese Fakten - ohne allerdings auch nur ein Beispiel zufriedenen Lebens in einer traditionell-muslimischen Welt dagegenzustellen. So läßt die Lektüre von Titeln wie "Frauen und die Scharia" (Diederichs 2004) den Leser fragend zurück: Kann die islamische Welt wirklich dieses gigantische Schlachthaus sein?

Was Spuler-Stegemann nahelegt, spricht der Orientalist Hans-Peter Raddatz offen aus. Er gilt vielen als polemischster, zugleich aber auch produktivster Islam-Skeptiker. Von Sorge getrieben, nennt Raddatz es seine "Pflicht, vor Gefahren des Islam zu warnen". Das hat ihn zu der These geführt, "nicht nur der Islamismus" sei das Problem, "sondern der Islam selbst". Soll heißen: Wenn heutzutage in muslimischen Ländern Frauen geschlagen werden dürfen, wenn auf Blasphemie die Todesstrafe steht oder Islamisten zum Heiligen Krieg aufrufen, dann liegt das an den Fundamenten des Islam. Schon der Koran und der Prophet hätten all dies angeordnet. "Viele Kollegen ignorieren solche Zusammenhänge", kritisiert Raddatz. Sie müßten aber thematisiert werden, damit Muslime sich kritischer mit ihrer Tradition auseinandersetzten. Daher übernimmt Raddatz diese Aufgabe selbst. Zugleich warnt er vor dem Dialog mit Islamisten, weil die zur Hinterfragung ihrer Tradition nicht bereit seien. "Dieser gläubigen Entschlossenheit" hätten "harmoniefreudige Europäer nichts entgegenzusetzen". Deren "Schwäche" attackiert Raddatz fast häufiger als die Islamisten.

Als "exaktes Gegenstück zu Herrn Raddatz" bezeichnen sich Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orientinstituts, und der Kulturanthropologe Werner Schiffauer. Sie arbeiten als Verteidiger der Muslime, inklusive der Strenggläubigen. So hatten sie keine Scheu, den Preis einer von Milli Görüs beeinflußten Forschergruppe entgegenzunehmen. Beide schätzen "Spiritualität und Wärme der Muslime, die sie in unsere säkularisierte Welt bringen" (Steinbach), und "den Sinn dafür, daß es Wichtigeres gibt als Effizienzzwänge einer ökonomisierten Gesellschaft" (Schiffauer).

Folglich plädieren beide dafür, Muslimen mehr Einfluß einzuräumen. Daß Bischof Huber sich nun mit Ali Kizilkaya vom Islamrat traf, begrüßen sie. Überhaupt solle Milli Görüs, aus deren Reihen Kizilkaya stammt, nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Denn dort, so Steinbachs Analyse, habe "eine neue Generation die Macht übernommen, die sich dem Vorbild des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und seiner muslimisch-konservativen Demokratie" annähere.

Auch Schiffauer, der in den 70ern eine linksextreme Phase durchlief, ist optimistisch, daß "die islamistischen Träumer genauso den Weg in die gesellschaftliche Mitte finden werden, wie das uns Sponti-Träumern einst gelang - sofern man sie nicht isoliert".

Er bezweifelt die Urteile der Verfassungsschützer über Milli Görüs, überführte er sie doch schon gravierender Übersetzungsfehler, wenn sie türkische Schriften ins Deutsche übertrugen.

Ihrer Verteidiger-Rolle gemäß wehren sich die Experten gegen allzu kritische Islam-Bilder und arbeiten das friedliche Potential der Religion heraus. "Wer den Islam als gewaltverherrlichend darstellt wie Herr Raddatz", sagt Steinbach, "geht den Fundamentalisten in die Falle, weil er deren Islam-Bild übernimmt, anstatt ein friedlicheres dagegenzuhalten."

Steinbach wie Schiffauer kritisieren auch den meist beschreibenden Ansatz von Spuler-Stegemann. Denn hinter dem scheinbar neutralen Faktensammeln, so Schiffauer, stünden unausgesprochene Interessen.

"Sammelsurien negativer Fakten", sagt Steinbach, "schüren westliche Überlegenheitsgefühle, helfen aber nicht, islamische Lebenswelten zu verstehen." Genau dieses tiefere Verständnis erstrebt Schiffauer.
Seine Feldforschung führte ihn in deutsche Hinterhofmoscheen und abgelegene türkische Bergdörfer, wo er traditionelle Muslime in ihrem Alltag studierte - weshalb er beteuert, eine Muslima in strenggläubigen Verhältnissen müsse sich keineswegs unglücklich fühlen, arrangierte Ehen seien oft enorm stabil, und straffe Familienhierarchien könnten den einzelnen entlasten.

Stutzig macht, daß bei ihm kein kritisches Wort über Muslime fällt. Es scheint, als hätten die Experten eine Aufgabenverteilung vorgenommen:
Hier die Kritiker - dort die Verteidiger. Dann läge wohl Spuler-Stegemann richtig. Sie sagt, die unterschiedlich ausgerichteten Islam-Forscher ergänzten sich eigentlich ganz gut.

Till-R. Stoldt

Artikel erschienen am 16. Januar 2005


Cinquième Forum social mondial «Il n'y a jamais eu autant d'organisations catholiques»
LA PAROLE A... Benoît Berger, du CCFD • Tous les jours, un acteur du Forum social mondial de Porto Alegre s'explique sur Libération.fr •

Par Christian Losson, envoyé spécial à Porto Alegre
mercredi 26 janvier 2005 (Liberation.fr - 18:01)

Benoît Berger est directeur des études et du plaidoyer au Comité catholique contre la faim et pour le développement

«Il n'y a jamais eu autant d'organisations catholiques à un Forum social mondial. Quand je pense qu'en 2001, pour la première édition, on avait tant ramé pour mobiliser notre réseau européen et nord-américain (CIDSE)... Les organisations de développement et de solidarité britanniques préféraient ainsi aller à Davos pour faire du lobbying. Là, c'est hallucinant. Même les Caritas, présents dans 160 pays, ont eu, l'an passé, un courrier du Vatican, siège des Caritas, pour les inciter à participer à tous les forums locaux, nationaux ou internationaux. Ils ont pris d'assaut la consultation électronique lancé en juillet par le FSM pour l'auto-organisation des ateliers. Et les Caritas, ce ne sont pas des mouvements, qui comme nous, ont pu avoir une image de gauchistes tiers-mondistes, de vilains petits canards. Les Caritas, c'est rigoriste, dans la ligne. Ils s'apprêtent à être massivement présents dans les prochains forums, en Afrique notamment, pour l'édition 2007... Et il y a aussi Pax Romana, structure parapluie qui regroupe des intellectuels catholiques. Sans parler des protestants, via le Conseil mondial des églises. Des luthériens et leurs YMCA. Ce mercredi 26 janvier, on a même une réunion des congrégations religieuses, avec les Jésuites, les Claretians américains, les Oblates de Marie d'Asie. Le FSM est devenu un endroit où il faut être, s'afficher.

»Le risque, c'est de se voir accusé de faire du prosélytisme. Au CCFD, on se considère d'abord comme une ONG de solidarité internationale et de développement, avant de mettre en avant notre sensibilité catholique. On a peut-être perdu des donateurs depuis notre engagement altermondialiste, mais on en a aussi gagné d'autres. On s'est senti en phase avec certains évêques qui ont très tôt dénoncé la pauvreté, la mondialisation injuste. On est d'accord avec le Pape quand il épingle le fardeau de la dette des pays du tiers monde, réclame le droit à la libre circulation des migrants ou encore quand il brocarde la guerre. Mais, c'est clair, on ne partage pas du tout les positions du Vatican contre le port du préservatif, ou ses interdits sur les questions de l'homosexualité. L'Eglise catholique devrait arrêter d'être sur la défensive sur ces sujets de mœurs. De même, elle n'a plus les moyens d'excommunier certains tenants de la théologie de la libération, qui sont présents ici. Elle est à la recherche de nouvelle modalité d'affirmation d'une identité menacée...

» Aujourd'hui, au CCFD, on tourne avec un budget de 35 millions d'euros, on est la première ONG de développement de France (1). Cela nous a permis de faire venir à Porto Alegre des partenaires de 35 pays, des militants d'associations qui travaillent sur l'éducation, la santé, l'agriculture, etc. Pour eux, c'est capital. Ils se mettent en réseaux avec d'autres collectifs qui planchent sur les mêmes campagnes; ils s'impliquent aussi dans la dynamique des forums sociaux locaux; ils dynamisent la société civile de leur pays. On leur demande juste une participation symbolique de 200 euros. Le reste, on le prend en charge. On a invité aussi 25 jeunes bénévoles du CCFD. Ils viennent toucher du doigt ce FSM, une dynamique dont on ne sait ce qu'elle donnera. Une vitalité historique dans l'histoire des mouvements sociaux, des ONG. Jamais, dans l'histoire contemporaine, un rassemblement de la société civile n'avait connu une telle amplitude.»
(1) hors ONG d'urgence
Recueilli par Christian Losson



"Kirchen Muslimen überlassen? Ein ganz klares Nein"

Bayerns evangelischer Landesbischof Johannes Friedrich über Ökumene, katholischen Priestermangel, Abendmahl und eine EU-Perspektive für die Türkei


DIE WELT: In das ökumenische Miteinander ist Realismus eingekehrt. Auch Stillstand?
Johannes Friedrich: Als Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands bin ich etwas enttäuscht.
Meine Bitten an die Deutsche Bischofskonferenz waren nie solche, die sie nicht kirchenrechtlich und praktisch erfüllen könnte, wenn sie wollte. Aber sie wurden nicht erfüllt. Ich meine: Auch die katholische Bischofskonferenz hat die Aufgabe, positive ökumenische Signale zu senden.

DIE WELT: Zum Beispiel?
Friedrich: Pfingstmontag als ökumenischer Feiertag. Oder die eucharistische Gastfreundschaft bei konfessionsverschiedenen Ehen und Familien; ihr steht kirchenrechtlich nichts im Wege, hier würde auch dogmatisch nichts für die katholische Kirche verändert. Oder eine etwas leichtere Genehmigung ökumenischer Sonntagsgottesdienste. Ich fordere ja gar keine generelle Freigabe, denn ich verstehe sehr wohl das katholische Anliegen, die Eucharistie in ihrer Bedeutung zu erhalten. Bei städtischen oder dörflichen Festen sollten wir allerdings froh sein, wenn für den Sonntagvormittag überhaupt ein Gottesdienst eingeplant wird. Uns allen ist doch nicht damit gedient, wenn statt dessen Cityläufe oder Frühschoppen ins Programm kommen, nur weil man es leid ist, sich mit den Kirchen herumzuärgern, die sich da nicht einigen können. Das kann doch auch der katholischen Kirche nicht recht sein!

DIE WELT: Nicht recht sein, da doch viele Eucharistiefeiern ausfallen, weil sich auch die katholische Kirche aus der Fläche zurückzieht?
Friedrich: Als evangelischer Bischof leide ich unter dem Priestermangel in der katholischen Kirche genauso wie meine Amtskollegen von der anderen Seite. Für den christlichen Charakter unseres Landes ist es ein ganz großes Problem, wenn die katholische Kirche wegen des Priestermangels nicht mehr in der Fläche präsent ist.
Besorgt bin ich, weil Lücken, die durch solche Rückzüge entstehen, schnell von politischen oder religiösen Rattenfängern gefüllt werden.
Die katholische Kirche sollte einsehen, daß sie gar nicht mehr allen Gläubigen die Eucharistie am Sonntagvormittag garantieren kann. Unverständlich ist mir deshalb, daß sie die gemeinsamen ökumenischen Möglichkeiten so beharrlich negiert.

DIE WELT: Ökumene wird oft, vor allem von evangelischer Seite, eng definiert. Als ob darunter nur das gemeinsame Abendmahl zu verstehen sei.
Friedrich: Das ist in der Tat eine Engführung, das muß man selbstkritisch zugeben. Aus katholischer Sicht kann man durchaus anfragen: Ist euch Evangelischen das Abendmahl wirklich so wichtig, daß ihr darauf den Schwerpunkt legt? Ich bin froh, daß uns in den letzten 20 Jahren das Abendmahl so wichtig geworden ist. Ich weigere mich, bei meinen Dekanatsbesuchen Gottesdienst ohne Abendmahl zu feiern. Aber theologisch gesehen hat der Wortgottesdienst bei uns denselben Stellenwert. Ohne Wenn und Aber. Und wenn wir diesen Gottesdienst zusammen feiern können, dann ist das eine gute Sache.

DIE WELT: Nicht selten begründen evangelische Christen ihren Kirchenaustritt mit Ärger über den Papst. Es wird nicht mehr so genau konfessionell unterschieden. Was erscheint Ihnen unverständlich am gegenwärtigen Pontifikat?
Friedrich: Zum Beispiel die Selig- und Heiligsprechungspraxis. Gegen Heiligenverehrung als solche habe ich nichts. Auch wir Evangelische haben Vorbilder im Glauben, die können durchaus hilfreich sein. Die klare Unterscheidung ist aber, daß wir Evangelische sagen, wir brauchen keine Mittler, um zu Gott oder Christus zu kommen. Wenn Personen selbst zum Gegenstand des Heilsvertrauens werden, so steht das der Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnaden und vor allem der Einzigartigkeit Christi diametral entgegen. Mit der Seligsprechung von Kaiser Karl zum Beispiel, da habe ich erst recht meine Probleme. Es mag ja sein, daß er nicht für den Giftgaseinsatz im Ersten Weltkrieg an der italienischen Front verantwortlich zu machen ist. Aber daß sein ganzes Leben heiligmäßig gewesen sei, das kann mich nicht überzeugen.

DIE WELT: Themenwechsel: Wie halten es die Kirchen mit der Frage des EU-Beitritts der Türkei?
Friedrich: Ich halte als lutherischer Bischof sehr viel von einer klaren Einhaltung der Zwei-Reiche-Lehre. Das heißt, ich muß nicht und darf auch nicht die Entscheidung treffen, für die die Politiker zuständig sind. Aber wir können als Kirche den Politikern Kriterien für ihre Entscheidung an die Hand geben.

DIE WELT: Und die wären?
Friedrich: Daß ein Beitritt überhaupt erst spruchreif sein kann, wenn die Religionsfreiheit in der Türkei nicht nur auf dem Papier steht, sondern tatsächlich tagtägliche Wirklichkeit ist. Das ist eine Conditio sine qua non. Das ist noch lange nicht erreicht. Beim Beitritt muß man auch politische Gründe genau gegeneinander abwägen.
Kann man zum Beispiel ein Land jahrzehntelang im Glauben wiegen, daß es aufgenommen werde, und dann plötzlich nein sagen? Eine andere Frage ist, ob eine EU, von der ich noch immer annehme, daß sie auf christlicher Grundlage gewachsen ist, eine so große muslimische Nation mit hineinnehmen kann, ohne ihre Seele zu verändern. Aber nochmals: Das Ja oder Nein ist eine politische Entscheidung.

DIE WELT: Es gibt Kräfte, die sich von einer Aufnahme der Türkei die Herausbildung eines "europäischen Islam" versprechen.
Friedrich: Ich bin skeptisch. Der Islam müßte zu unserem Prinzip der grundsätzlichen Trennung von Staat und Kirche finden. Ich bezweifle, daß er, der den Koran als unmittelbares Wort Gottes versteht, das kann. Die Scharia hat immer eine politische Implikation.

DIE WELT: Nach einer Hochrechnung werden in Deutschland in absehbarer Zeit 10 000 Kirchen oder kirchliche Gebäude nicht mehr gebraucht. Können Sie sich vorstellen, daß Kirchen den Muslimen überlassen werden?
Friedrich: Ganz klares Nein, da sind wir uns mit den katholischen Bischöfen einig.

DIE WELT: Mit welcher Begründung?
Friedrich: Ich bin immer dafür eingetreten, daß die Muslime Räume zum Beten haben. Das gehört zu der uns aufgetragenen Toleranz. Aber den Muslimen Kirchen zu überlassen würde der falschen Ansicht Vorschub leisten, wir beten ja doch alle zum selben Gott. Es wäre zudem ein falsches Signal in die Öffentlichkeit. Denn es würde den Eindruck erwecken, das Christentum sei auf dem Rückzug und der Islam auf dem Vormarsch.

Artikel erschienen am Di, 8. Februar 2005



Une irruption du maire de Montreuil provoque la colère des protestants
LE MONDE

'ÉPISODE tombe mal, en cette année de centenaire de la loi de séparation des Eglises et de l'Etat. Le texte de 1905 punit d'une amende, dans son article 32, "ceux qui auront empêché, retardé ou interrompu les exercices d'un culte".

Dimanche 6 février, les fidèles de l'Eglise protestante du Rocher, à Montreuil (Seine-Saint-Denis), écoutaient l'homélie, quand, à 10 h 30, un individu a interrompu le service en brandissant une carte tricolore.
Le trublion n'était autre que le maire (app. PCF) de Montreuil, Jean-Pierre Brard, accompagné d'un adjoint. Coupant net le pasteur Mas, l'élu lui a demandé de remettre dans la demi-heure les papiers attestant de la conformité du temple aux règles de sécurité. M. Brard avait prévenu la préfecture. Une descente de police devait avoir lieu.
"Dans le cadre de ses fonctions le maire est amené à intervenir dans des structures qui provoquent des soucis de voisinage et de sécurité, précise pour sa part un collaborateur du maire. Une pétition de riverains avait mis en cause le bruit excessif fait par ce temple. M. Brard a demandé de baisser le son puis de surseoir à la tenue du culte."
Il se trouve qu'un membre de la Fédération protestante de France (FPF) assistait au culte. Il a immédiatement alerté le pasteur Jean-Arnold de Clermont, président de la FPF, qui est intervenu directement auprès du maire. Ce dernier a fait machine arrière. Il a juste eu le temps de téléphoner aux policiers pour leur demander de ne pas se déplacer.
L'Eglise du Rocher, qui fait partie des Eglises protestantes d'expression africaine appartenant à la FPF, attire 250 fidèles de quinze nationalités. Le pasteur Mas, français originaire de l'ex-Zaïre, est aumônier à la prison de la Santé, à Paris.
Jean-Arnold de Clermont ne va pas jusqu'à parler de "racisme". Mais il s'étonne que le maire donne des terrains pour construire une synagogue ou une mosquée tout en causant des tracasseries sans fin à un temple fréquenté majoritairement par des Africains. La commission de sécurité avait donné son accord à l'utilisation du local pour les cultes, la seule réserve portant sur la pente trop raide de la rampe d'accès pour handicapés! .
Le pasteur de Clermont considère que l'incident représ! ente "une menace gravissime contre la liberté des cultes et une violation de la loi de 1905". Il a saisi par courrier le ministère de l'intérieur. Le président de la FPF cite d'autres cas de problèmes entre des municipalités de Seine-Saint-Denis et des communautés protestantes ayant en commun d'être fréquentées par des Africains : l'Eglise de Gethsémani à Villetaneuse, et l'Arche de Vie, à Aulnay-sous-Bois.
Xavier Ternisien


Dans une lettre aux évêques français, le pape fait l'éloge de la loi de 1905
LE MONDE | 12.02.05 | 13h20

Le pape, qui, au moment de la polémique sur le port des signes religieux à l'école, avait vigoureusement mis en garde la France contre tout "laïcisme", s'invite à nouveau dans le débat national sur la loi de 1905 de séparation de l'Eglise et de l'Etat, un siècle après son vote.  Samedi 12 février, il a rendu publique une lettre de sept pages adressée aux évêques de France pour que ceux-ci mesurent le chemin parcouru depuis. Il les appelle à résister à toute marginalisation du fait religieux.

La loi de 1905 a été "un événement douloureux et traumatisant pour l'Eglise de France", rappelle Jean Paul II. Mais le "processus de pacification", engagé par l'Eglise comme par l'Etat, a permis d'aboutir à "une meilleure compréhension de la laïcité". "Cette paix est désormais une réalité à laquelle le peuple français est profondément attaché", souligne le pape.

Il souhaite en particulier que la commission de dialogue entre l'Eglise catholique et l'Etat, mise en place par Lionel Jospin en février 2002 et reconduite par Jean-Pierre Raffarin, soit davantage reconnue et active. En citant Jacques et Raïssa Maritain, Mounier, Bernanos, Robert Schuman, Michelet et bien d'autres, Jean Paul II évoque longuement le rôle joué par les catholiques dans la culture française. Il les appelle à reprendre toute leur place dans le débat intellectuel et politique.

"La crise des valeurs et le manque d'espérance que l'on constate en France font partie de la crise d'identité que traversent les sociétés modernes, qui ne proposent qu'une vie fondée sur le bien-être matériel(...). L'Eglise souhaite que les valeurs religieuses, morales et spirituelles qui font partie du patrimoine de la France, qui ont façonné son identité, ne tombent pas dans l'oubli."

PAS DE "REPLI SECTAIRE"
Revenant sur les polémiques autour de la religion, le pape demande encore qu'"au lieu de se situer en antagonismes les forces sociales soient toujours plus au service de l'ensemble de la population (...) dans le contexte pluriethnique, multiculturel et multiconfessionnel" qui est celui de la France aujourd'hui. Ce respect mutuel, ajoute-t-il, permettra d'éviter que les religions "ne se réfugient dans un sectarisme qui pourrait représenter un danger pour l'Etat lui-même".

"La société doit pouvoir admettre que des personnes, dans le respect d'autrui et des lois de la République, puissent faire état de leur appartenance religieuse, poursuit-il. Dans le cas contraire, on court toujours le risque d'un repliement identitaire et sectaire."

Jean Paul II revendique encore le droit pour les chrétiens de "prendre la parole publiquement pour exprimer leurs opinions et manifester leurs convictions". "C'est à ce prix que la laïcité, loin d'être le lieu d'un affrontement, est l'espace pour un dialogue constructif, dans l'esprit des valeurs de liberté, d'égalité et de fraternité."

Dans son adresse aux évêques français, le pape conclut : "Que tous vos compatriotes sachent que les membres de la communauté catholique souhaitent vivre leur foi au milieu de leurs frères et sœurs et mettre à la disposition de tous leurs compétences et talents. Que personne n'ait peur de la démarche religieuse de personnes et de groupes sociaux. Vécue dans le respect de la saine laïcité, elle ne peut qu'être source de dynamisme et de promotion pour l'homme."

Henri Tincq

• ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 13.02.05


Mgr André Vingt-Trois : "Il faut que les chrétiens soient des briseurs d'isolement"
LE MONDE | 12.02.05 | 13h20


Entretien avec Mgr André Vingt-Trois, nouvel archevêque de Paris. Le successeur de Jean-Marie Lustiger évoque les "accents" sous lesquels il compte inscrire son action.
Quelle conception avez-vous de la laïcité et du rapport entre la religion et l'etat ?
La culture française de la laïcité a longtemps été une épreuve singulière. Elle a voulu faire croire que la meilleure manière d'être "laïque" était de faire comme si la religion n'existait pas.

Pendant des décennies, ce fut la ligne de conduite d'un certain nombre de militants. Mais il me semble qu'à travers l'évolution des moeurs, des pratiques, des relations entre les institutions, chacun reconnaît aujourd'hui qu'on peut être laïque tout en admettant que la religion existe. C'est un progrès considérable. Je trouve cette situation plus saine.
Elle doit encore se concrétiser dans des modes de relations à inventer entre les Eglises et l'Etat, mais je pense que, hormis l'opposition de quelques groupes particulièrement déterminés, la pratique concrète de la laïcité a progressé en France. Elle représente même un des acquis du XXe siècle. D'une part, parce que le statut défini par la loi de séparation de 1905 a aidé l'Eglise catholique à reformuler sa manière d'être présente à la société. D'autre part, parce que la République - à travers deux guerres mondiales - a réalisé qu'elle ne pouvait pas refaire son unité en accusant la moitié d'entre les siens de n'être pas républicains !
Vous seriez d'accord avec la conception de la laïcité développée par Nicolas Sarkozy dans son livre, La République, les religions, l'espérance (éd. du Cerf)...
Je ne suis pas d'accord avec tout ce qu'a écrit Nicolas Sarkozy ni avec sa façon d'aborder toutes les questions de la laïcité. Mais c'est un acte courageux de la part d'un homme politique d'avoir pris cette position par rapport à l'islam et à toutes les religions. Position qui consiste à dire que, si on veut progresser, il faut se parler, se rencontrer... Et quand il était ministre, il l'a fait. C'est dans la discussion qu'on fait avancer les solutions. Quand, par exemple, dans mon ancien diocèse de Tours, le statut des aumôneries catholiques a pu être mis en cause dans les polémiques laïques, je suis allé discuter directement avec les autorités concernées. Je l'ai fait sans guerroyer, sans accuser les personnes. On a parlé, trouvé des solutions qui ont pris du temps, mais c'est la vie.
Vous êtes président de la commission de la famille des évêques de France, vous aviez bataillé contre le pacs, sans succès. Quelle leçon en tirez-vous et quel diagnostic portez-vous sur la famille en France ?
Il y a un décalage entre les aspirations des Français - y compris des plus jeunes - à une vie familiale stable, réussie, et le fait que la "mission" sociale de la famille devient de plus en plus imperceptible. On voit croître la requête, à partir de la famille, d'une plus grande sécurité affective et, parallèlement, on ne voit plus très bien à quoi elle sert, puisque la société met sur le même plan tous les statuts familiaux : le pacs, la banalisation des ruptures et des unions hors mariage, les unions entre partenaires de même sexe. Autrement dit, nous sommes dans une société où la famille est à la fois estimée et ne sait plus se dire à quoi elle sert !
Le besoin est donc ressenti d'une explicitation plus claire des objectifs de la famille. Par l'expérience de relations sécurisées qu'elle développe, ne permet-elle pas une initiation à des rapports sociaux qui ne soient plus dominés par la violence ? Nous le croyons. Lionel Jospin aussi, en son temps, l'avait affirmé mais c'était, pour son camp, presque un acte de provocation.
Que retenez-vous de l'oeuvre de Mgr Lustiger et quelle touche personnelle souhaitez-vous donner à son héritage ?
Je ne parlerai pas ici de la dimension exceptionnelle de la personnalité du cardinal ni de son rayonnement international. Je me bornerai à souligner les résultats d'un investissement considérable - en forces, en temps, en objectifs - qu'il a permis pour la communication du diocèse de Paris, la formation des prêtres et des laïcs, le dynamisme des communautés chrétiennes, la recherche persévérante et diversifiée des moyens d'exprimer publiquement quelque chose de la foi chrétienne dans la vie moderne.
Il faut continuer, sans hésiter, notre effort sur la communication de ce que vivent les catholiques. Ce sera mon premier accent. Nous ne pouvons pas à la fois défendre une vision de la République qui ne soit pas communautariste et encourager un système télévisuel qui le serait. Mais je répète qu'il est capital que l'Eglise catholique, dans le paysage télévisuel français, ait un moyen d'expression propre et spécifique. Nous l'avons avec KTO, mais la situation de cette chaîne thématique est difficile.
Deuxième accent : nous sommes dans une société où, paradoxalement, les instruments de proximité sont le plus développés et où le sentiment d'isolement des personnes n'a presque jamais été aussi grand. Alors je crois que, par leur expérience, les chrétiens sont capables d'apporter quelque chose de plus à ce débat : non pas une théorie de la vie sociale mais une contribution pratique à une évolution des rapports sociaux. Il faut que les chrétiens soient davantage des briseurs d'isolement. Enfin, le troisième accent sera de demander aux communautés chrétiennes de Paris de relire ce qu'elles vivent à la lumière des possibilités de renouveau données aujourd'hui dans la formation et dans l'expression de la foi.

Propos recueillis par Henri Tincq
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 13.02.05



Dans une lettre adressée vendredi aux évêques de France, le Pape se félicite du «dialogue au plus haut niveau» entre le gouvernement et l'épiscopat
Jean-Paul II réaffirme le «rôle social» des religions
L'émotion était grande hier à midi parmi les milliers de pèlerins rassemblés sur la place Saint-Pierre, lorsque Jean-Paul II, convalescent, est enfin apparu à la fenêtre de ses appartements pour la récitation de l'angélus. Rentré au Vatican jeudi soir après une hospitalisation de dix jours à la polyclinique Gemelli de Rome, le Pape a salué brièvement la foule d'une voix ferme mais peu compréhensible, laissant un de ses collaborateurs, Mgr Leonardo Sandri, lire son message dominical qui rejette une fois de plus toute hypothèse d'une démission pour raison de santé. Rassurant, il a voulu assurer qu'au-delà des rumeurs, il a d'abord «besoin de l'aide» des fidèles «devant le Seigneur pour accomplir la mission que Jésus (lui) a confiée».
Élie Maréchal
[14 février 2005] 



Des disparités sur le territoire de la République
T. P.
[14 février 2005] 

La loi de 1905 a été votée alors que l'Alsace- Lorraine était allemande. Malgré leur retour dans le giron français, les départements alsaciens du Bas-Rhin et Haut-Rhin, comme celui de Moselle, sont aujourd'hui encore régis par la législation concordataire, agrémentée de dispositions de droit allemand. En Alsace-Lorraine, les quatre cultes reconnus sous le Concordat sont l'Eglise catholique, l'Eglise de la confession d'Augsbourg (luthérienne), l'Eglise réformée (calviniste) et le culte israélite. Depuis lors, les ministres de ces cultes sont investis et rémunérés par l'État. L'enseignement de ces cultes est obligatoire dans les établissements publics. Les collectivités publiques participent à leurs dépenses, entretiennent leurs édifices, et peuvent leur verser des subventions.

Les cultes «non reconnus», des groupements protestants et le culte musulman, sont aujourd'hui régis par le droit local. En Guadeloupe, à la Martinique et à la Réunion, un décret du 6 février 1911 a institué un régime de séparation équivalent à celui de la loi de 1905. Georges Mandel, par deux décrets pris en 1939, a doté les missions religieuses de la personnalité juridique dans les territoires d'outre-mer oublié par la loi de 1905. Dans les diocèses des îles Wallis et Futuna, Nouméa, Papeete et Teiohae (îles Marquises, Polynésie française), l'enseignement primaire public est concédé par l'Etat à la mission catholique. A Saint-Pierre et Miquelon, les prêtres catholiques sont rémunérés sur subvention du conseil général. En Guyane, l'ordonnance royale de Charles X du 27 août 1828 définit toujours le régime juridique pour le culte catholique. A Mayotte, où la quasi totalité de la population est musulmane, les cadis sont rémunérés sur fonds publics.



Manifeste pour un islam européen, par Abdennour Bidar
LE MONDE | 14.02.05
| 14h45

Gilles Kepel a montré clairement que l'islam de l'Ouest n'a pas encore choisi entre les deux destins inverses qui se présentent devant lui : soit une réelle "européanisation de cette religion", dans le sens d'un "aggiornamento à valeur exemplaire pour le reste du monde", soit un rôle de "tête de pont" de l'islamisme, visant une nouvelle "expansion islamique sur le sol européen".

 Et, à le lire, je me suis demandé comment les représentants de l'islam en Europe et la communauté dans son ensemble, et particulièrement ici, en France, allaient recevoir ce point de vue : allions-nous savoir réagir à cet appel qui nous alerte sur l'urgence à nous doter d'une identité propre, indépendante et novatrice vis-à-vis de l'islam traditionnel ? Jusque-là, silence radio !

C'est pourquoi je prends la plume aujourd'hui pour demander haut et fort : mais qu'attendons-nous pour définir solennellement et promouvoir enfin devant la conscience publique européenne une identité propre de l'islam d'Europe ? Pourquoi tardons-nous si dramatiquement à nous distinguer et à nous désolidariser des deux cancers de l'islam que sont l'intégrisme violent et le conservatisme rétrograde ? Qu'attendons-nous pour donner aux Etats et aux peuples d'Europe les garanties nécessaires pour qu'ils nous accordent enfin leur pleine confiance ? Ne voyons-nous pas le scepticisme qui grandit à notre égard, l'incompréhension qui grandit en même temps que la peur, le rejet qui menace ? Je suis désolé de le dire, mais nous ne faisons toujours rien pour mériter la confiance. Il y a dorénavant urgence, pour nous musulmans européens, d'énoncer les principes d'une identité musulmane européenne singulière.

Car cela n'est toujours pas fait, quoi qu'on en pense. Nous ne savons toujours pas qui nous sommes, c'est-à-dire quelle est notre façon propre d'être musulmans. Nous n'avons pas encore produit l'effort décisif pour déterminer qui nous sommes et quel islam nous voulons. Farhad Khosrokhavar s'interrogeait il y a deux ans sur l'émergence d'une opinion publique musulmane en France. Force est de le constater, pour l'instant il n'y a pas de conscience de soi de l'islam en Europe. Ne nous étonnons pas, dès lors, que les sociétés européennes où nous vivons restent dubitatives à notre égard, se demandant encore et toujours ce qu'un musulman européen peut avoir de réellement différent de son frère oriental. Nous n'avons pas encore donné à nos concitoyens la preuve de notre réelle et sincère appartenance à la modernité européenne.

Trois évolutions sont actuellement en cours, et elles me paraissent très insuffisantes :

1. - On dit que l'islam en Europe fait sa "révolution silencieuse", c'est-à-dire que les pratiques cultuelles et culturelles de l'islam sont de moins en moins conservatrices et se métamorphosent d'elles-mêmes, lentement mais sûrement. Or il ne suffit pas que les musulmans européens "bricolent" un nouvel islam, selon l'expression répétée si souvent. En effet, chacun fait bien "ce qu'il peut" pour harmoniser tant bien que mal ses pratiques et ses coutumes au contexte occidental. Mais il ne faudrait pas prendre ces "petits arrangements" avec la loi islamique, ces "compromis" trouvés dans le milieu scolaire ou professionnel, ces débats anecdotiques sur le foulard, l'abattage rituel des moutons, etc., pour autre chose que des solutions provisoires. En réalité, ces improvisations sans statut reconnu, sans fondement philosophique ou théologique, sont incapables à elles seules de doter les musulmans de la nouvelle identité religieuse dont ils ont besoin ici. Nous ne nous en tire! rons pas avec ce genre d'expédients.


2. - Il y a des institutions représentatives de l'islam, ou tout au moins des représentants plus ou moins officiels de l'islam dans chaque pays européen. Mais qui croit encore qu'ils sont des catalyseurs de progrès ? Il ne suffit pas que ces personnalités ou ces institutions sachent réagir selon les valeurs de l'Europe dans des circonstances exceptionnelles - je pense à la réaction des dignitaires des islams français ou britanniques lors des prises d'otage en Irak - pour retomber aussitôt après dans le conservatisme et l'ambiguïté. Pour l'heure, les représentants officiels de l'islam en Europe se sont contentés d'être les gestionnaires intéressés d'un culte figé et les ambassadeurs à peine occultes d'intérêts étrangers. Ils n'ont pris aucune initiative d'envergure visant à repenser l'islam selon les exigences spécifiques de la situation européenne. Ils n'ont pas vu, ou pas voulu voir, que leur responsabilité première était d'inventer et de proposer à ceux qu'ils sont cens! és représenter une nouvelle façon d'être musulman en accord avec le contexte social et culturel européen.

3. - Plusieurs intellectuels (Rachid Benzine, Malek Chebel, entre autres) proclament l'existence d'un "islam des Lumières". Mais, pour l'heure, force est de déplorer que ce beau nom reste sans contenu suffisant. La plupart des travaux proposés ici ou là ne recèlent pas la capacité d'invention, l'audace et la force conceptuelles, théologique et philosophique qui permettraient à l'islam européen de produire une nouvelle culture islamique. Il est significatif que l'appel à de "nouvelles interprétations du Coran" ne donne jamais lieu à un véritable examen critique du texte... Hormis chez Youssef Seddik, qui s'est engagé dans une démythification du texte coranique, ou chez Ghaleb Bencheikh, qui a le courage de déclarer "obsolètes" les versets discriminatoires à l'égard des femmes. Mais il faut d'urgence s'engouffrer dans la brèche et, osant le dire une fois pour toutes, déclarer caducs tous les versets incompatibles avec les valeurs des droits de l'homme : versets discriminato! ires non seulement contre les femmes, mais aussi les juifs, les chrétiens, les non-croyants, ainsi que l'ensemble des versets guerriers appelant à la violence et au jihad.

Sur ces trois points essentiels, je ne trouve pas grand-chose qui signale de manière forte aux sociétés européennes que l'islam vécu ici est bel et bien entré de plain-pied dans une nouvelle phase de rupture et de création. Ni mieux ni plus mal que dans l'ensemble du monde arabo-musulman, l'islam en Europe se cherche une nouvelle identité dans l'à-peu-près, la valse-hésitation, la contradiction, le tâtonnement, alors que nous aurions ici les moyens d'aller bien plus loin qu'ailleurs, où la parole est moins libre ! Ne percevons-nous pas l'impatience à notre égard de la société qui nous entoure et qui attend - enfin - un geste décisif et solennel de notre part. Quel geste ? Un engagement sans ambiguïté, massif et définitif, en faveur d'un islam complètement refondé selon les valeurs de notre terre d'Europe : la liberté de conscience, l'égalité des sexes, la tolérance.

C'est pour donner une voix à un islam du changement, encore muet et inconscient de lui-même, que je voudrais lancer ici un appel de rassemblement solennel à tous mes coreligionnaires de bonne volonté. Je leur propose de se rallier à ce que j'appelle la déclaration du musulman européen, dont voici les trois grands principes :

1. - Refonder tous les principes de l'islam, y compris les prescriptions de la loi religieuse et la lettre du Coran, à la lumière des droits de l'homme. Ne rien laisser hors de portée de l'esprit critique. Déclarer caduc tout élément du texte sacré, de la pratique, des coutumes, qui serait en contradiction avec les valeurs de liberté individuelle, d'égalité des sexes, de laïcité, de tolérance entre les peuples et les religions. En quelques mots : affirmer le droit de chaque musulman à choisir lui-même le contenu de son identité musulmane, qu'il soit pratiquant ou non, croyant ou non (reconnaître pour cela que l'identité musulmane peut être culturelle et non religieuse), refuser toute imposition d'un prétendu "vrai islam" ou islam officiel qui viendrait des imams, des théologiens, des représentants institutionnels ; affirmer que les femmes sont les égales des hommes en tous points, bannir les habitudes de domination masculine et éradiquer par une éducation appropriée tout ! comportement machiste ; affirmer que nous reconnaissons la laïcité comme une valeur universelle, et non une lubie française ; garantir la visibilité sociale de l'islam ; affirmer que tous les êtres humains sont nos frères et nos égaux, en éliminant toute idée de supériorité des musulmans sur les autres, toute idée que l'islam, en tant que dernière révélation historique, viendrait "abolir" les précédents messages religieux, et en éliminant toute trace d'animosité envers les juifs, les chrétiens, les athées.

2. - Privilégier en toutes circonstances, dans tout acte et tout discours, un islam profondément respectueux de l'environnement culturel européen. S'interdire tout type de revendication ou d'action qui ferait du musulman un "cas à part" dans la société globale. Obéir aux règles qui s'appliquent à tous. S'imposer à soi-même une civilité exemplaire, ce qui passe par une attitude de discrétion, de modération, de tolérance, de respect de la différence. Respecter les lois de l'Etat de droit avec la conviction profonde qu'elles donnent à chacun les moyens et les garanties de vivre selon ses convictions. Cela ne signifie pas que l'islam doive devenir "invisible", simple affaire privée. Mais sa visibilité légitime (droits publics d'expression, d'association, de réunion, de culte) doit veiller à ne jamais dégénérer ni en affichage ostensible ni en communautarisme. Non à l'affichage ostensible : bannir tout discours, signe, attitude, manifestant dans l'espace public une identité cu! lturelle susceptible de provoquer l'incompréhension d'autrui, d'exciter des réactions de rejet. Non au communautarisme : refuser d'entrer dans une logique de revendication de "droits spéciaux" pour les musulmans, d'ouverture d'écoles religieuses, d'appel à des mariages intracommunautaires et tous les cloisonnements visant à instaurer une sorte de "développement séparé" pour la population musulmane.

3. - Refuser toute idée de jihad (guerre prétendument sainte). L'islam européen sera celui de la paix ou ne sera pas. Plus précisément, il doit enfanter en lui-même, à travers ses conduites et ses discours, une réconciliation concrète et vivante des valeurs modernes et musulmanes. L'hypothèse du choc des civilisations doit trouver son démenti dans notre capacité quotidienne à harmoniser la culture musulmane et la culture européenne. La responsabilité des musulmans européens est ici engagée : c'est à nous qu'il revient d'être les adversaires les plus résolus du jihad engagé par les fanatiques ; à nous qu'il revient de prouver en acte que l'opposition entre modernité et islam n'a rien d'absolu. Pour cela, il nous faut travailler sans relâche à "compatibiliser" les valeurs des deux mondes, avec cet objectif unique de donner à la "dignité de la personne humaine", valeur la plus précieuse de la civilisation, une richesse et une force plus grandes en associant à son service tou! tes les réserves humanistes des Lumières et du Coran.

Abdennour Bidar enseigne la philosophie au lycée de Nice.

. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 15.02.05



Cent ans après, la loi sur la laïcité est l'enjeu de nouveaux débats
LE MONDE | 14.02.05 | 14h02
Jean-Pierre Raffarin devait lancer, lundi 14  février, les célébrations pour le centenaire de la loi de séparation de l'Eglise et de l'Etat. Ce texte de 1905, pourtant pilier de la République, fait toujours l'objet de controverses, certains lui reprochant d'être inadapté à l'intégration de l'islam en France.
Une commémoration sans effusion pour un sujet, la laïcité, qui demeure sensible : tel sera le ton des cérémonies destinées à célébrer le centenaire de la loi de séparation des Eglises et de l'Etat. C'est à l'Institut de France, sous les auspices de l'Académie des sciences morales et politiques, que sera lancé sous la coupole, en présence du premier ministre, Jean-Pierre Raffarin, lundi 14 février, cet anniversaire, marqué essentiellement par des colloques historiques.

Rien à voir avec les cérémonies qui avaient marqué le bicentenaire de la Révolution française.

Les controverses sur la loi du 15 mars 2004, interdisant les signes ostensibles à l'école, sont-elles encore trop vivaces dans les mémoires ? Même si le nombre d'élèves exclus pour ce motif n'était que de 48 en janvier, le gouvernement semble en tout cas peu enclin à rallumer la polémique sur la laïcité. Rares sont les voix officielles qui parlent de la loi de 1905 autrement que sur le mode du consensus infrangible. Dans une tribune parue dans La Croix du lundi 14 février, Jean-Pierre Raffarin estime que "l'équilibre subtil instauré par la loi de 1905 (...) doit être préservé". La neutralité de l'espace public par rapport aux religions qu'elle instaure correspond "aux attentes du peuple français". "Pour cette raison, ajoute-t-il, je ne suis pas favorable à une modification des principes édictés par la loi de 1905. Une évolution législative en ce domaine ne pourrait être partielle : toucher à une portion de l'édifice - fût-ce avec de! s intentions louables - conduirait immanquablement à des réactions qui ébranlerait tout le système." Le ministre de l'intérieur, Dominique de Villepin, en fait une "loi pionnière, devenue un pilier de notre identité collective" dans la présentation du recueil édité à cette occasion (1905, la séparation des Eglises et de l'Etat, Tempus/Perrin, 2004). L'ancien premier ministre (PS) Laurent Fabius tout comme l'actuel président (UMP) de l'Assemblée nationale, Jean-Louis Debré, se déclarent hostiles à toute forme de révision.

Nicolas Sarkozy reste donc le seul dirigeant de premier plan à avoir plaidé pour l'évolution d'une loi qui fut adoptée, explique-t-il notamment, à une époque où l'islam ne faisait pas partie des religions implantées dans le pays (Le Monde du 27 octobre 2004). Mais c'est la Fédération protestante de France qui a la première lancée l'idée d'une révision (Le Monde du 18 janvier 2003) afin de permettre le financement des lieux de culte par l'Etat. Un paradoxe quand on sait que le député socialiste et protestant Francis de Pressensé (1853-1914), dreyfusard et président de la Ligue des droits de l'homme, avait été l'une des chevilles ouvrières du texte...

La loi de 1905 présente donc, aujourd'hui, ce curieux paradoxe d'être à la fois citée comme l'un des principaux piliers de la République et de n'avoir jamais réuni, pas plus aujourd'hui qu'hier, de véritable consensus. Les catholiques ont ainsi longtemps refusé d'appliquer la loi, à la suite de l'encyclique Vehementer nos (11 février 1906) du pape Pie X. La loi avait pourtant accepté, dans son article 4, de prendre les Eglises telles qu'elles étaient, sans chercher à détacher les catholiques de Rome comme aux temps de la Révolution française. Les inventaires des biens ecclésiastiques nécessités par l'application de la loi n'en donnèrent pas moins lieu à des troubles, jusqu'au compromis de 1923 entre Aristide Briand et Mgr Cerruti.

Depuis 1946, la notion de laïcité a fait son entrée dans le préambule de la Constitution. Et aujourd'hui, la hiérarchie catholique s'oppose à toute révision d'une loi dont ses fidèles se sont depuis longtemps accommodés.

LE TERRAIN DE L'ÉCOLE
Les affrontements se sont donc déplacés sur le terrain de l'école. Et c'est l'école qui concentre tous les enjeux symboliques de la laïcité. La "loi sur le voile" concerne ainsi les seuls établissements scolaires, même si la question de la laïcité se pose également sur les lieux de travail ou dans les hôpitaux.

Les partisans de la révision, religieux ou intellectuels, assurent que le texte de 1905 n'a rien d'intouchable et notent qu'il ne mentionne pas explicitement la notion de laïcité. Dix articles sur les 44 que comporte la loi ont, depuis cent ans, fait l'objet de modification, deux ayant été carrément supprimés. L'implantation d'une forte minorité musulmane en France depuis les années 1970 justifie aussi, selon eux, que l'on retouche le texte. En outre, la prolifération des sectes contraint la puissance publique à se préoccuper de facto de la reconnaissance ou non de cultes (ce que l'article 2 exclut).

Dans un ouvrage collectif à paraître le 3 mars sous la direction du philosophe Yves-Charles Zarka, Faut-il réviser la loi de 1905 ? (PUF), l'historien René Rémond, ancien membre de la commission sur la laïcité présidée par Bernard Stasi, pointe une contradiction entre l'article premier, qui stipule que "la République (...) garantit le libre exercice des cultes", et l'article 2, qui proscrit toutes subventions publiques. Les pouvoirs publics mettent gracieusement à la disposition des cultes les édifices religieux dont ils ont l'usage."Les musulmans n'en ayant pas, ne devrait-on pas les aider à en acquérir ou à en construire ?", demande-t-il. Seule une révision serait, selon lui, à même de lever cette contradiction. La commémoration ne clôt donc pas le débat.


Nicolas Weill
--------------------------------------------------------------------------------

"Financer les lieux de culte musulman"


Dans une tribune, parue lundi 14 février, dans La Croix, Jean-Pierre Raffarin souligne que "dans le cadre du principe de laïcité, les religions doivent pouvoir pleinement s'exprimer dans le cadre républicain. C'est la raison pour laquelle le ministre de l'intérieur accompagne actuellement le projet de création d'une fondation destinée à permettre le financement dans de bonnes conditions des lieux de culte musulman. Il ne s'agit pas évidemment de modifier la loi de 1905 pour permettre le financement par l'Etat des lieux de culte. Il s'agit plus simplement de mettre en oeuvre, dans le cadre juridique actuel, tous les moyens permettant à un culte respecté par plusieurs millions de nos concitoyens de disposer de capacité de construction de lieux de prière. De la même façon, les projets mis en oeuvre concernant la formation des imams visent tout simplement à permettre à ceux-ci de bénéficier d'un accompagnement leur permettant de maîtriser pleinement la langue frança! ise et de s'intégrer dans une société dont ils ne connaissent pas nécessairement tous les principes."

. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 15.02.05 



Lettre du pape aux évêques de France
A l’occasion du 100e anniversaire de la loi de séparation entre l’Eglise et l’Etat

CITE DU VATICAN, dimanche 13 février 2005 (ZENIT.org) - Nous publions ci-dessous le texte (publié ce samedi par le Bureau de presse du Saint-Siège) de la Lettre que le pape Jean-Paul II a adressée au président de la Conférence des Evêques de France, Mgr Jean-Pierre Ricard et à tous les évêques, à l’occasion du 100e anniversaire de la loi de séparation entre l’Eglise et l’Etat.

À Mgr Jean-Pierre RICARD
Archevêque de Bordeaux et Président de la Conférence des Évêques de France
et à tous les Évêques de France

1. Au cours de vos visites ad limina, chers Frères dans l’Épiscopat, vous m’aviez partagé vos préoccupations et vos joies de pasteurs, faisant apparaître les relations positives que vous entretenez avec les Responsables de la société civile, ce dont je ne peux que me réjouir. Lors de nos rencontres, j’avais eu l’occasion d’aborder avec vous la question des rapports avec les Autorités civiles, dans la perspective du centième anniversaire de la loi de séparation de l’Église et de l’État. J’avais d’ailleurs évoqué directement la question de la laïcité dans le discours que j’avais adressé aux évêques de la province de Besançon, le 27 février 2004.

2. En 1905, la loi de séparation de l’Église et de l’État, qui dénonçait le Concordat de 1804, fut un événement douloureux et traumatisant pour l’Église en France. Elle réglait la façon de vivre en France le principe de laïcité et, dans ce cadre, elle ne maintenait que la liberté de culte, reléguant du même coup le fait religieux dans la sphère du privé et ne reconnaissant pas à la vie religieuse et à l’Institution ecclésiale une place au sein de la société. La démarche religieuse de l’homme n’était plus alors considérée que comme un simple sentiment personnel, méconnaissant de ce fait la nature profonde de l’homme, être à la fois personnel et social dans toutes ses dimensions, y compris dans sa dimension spirituelle. Cependant, dès 1920, on sait gré au Gouvernement français lui-même d’avoir reconnu d’une certaine manière la place du fait religieux dans la vie sociale, la démarche religieuse personnelle et sociale, et la constitution hiérarchique de l’Église, qui est constitutive de son unité.

Le centième anniversaire de cette loi peut être aujourd’hui l’occasion de réfléchir sur l’histoire religieuse en France au cours du siècle écoulé, considérant les efforts réalisés par les différentes parties en présence pour maintenir le dialogue, efforts couronnés par le rétablissement des relations diplomatiques et par l’entente scellée en 1924, souscrite par le Gouvernement de la République, puis décrite dans l’encyclique de mon Prédécesseur le Pape Pie XI, en date du 18 février de cette année-là, Maximam gravissimamque. Dès 1921, après des années difficiles, sur l’initiative du Gouvernement français, étaient déjà engagées de nouvelles relations entre la République française et le Siège apostolique, qui ouvraient la voie à un cadre de négociation et de coopération. Dans ce cadre, put s’engager un processus de pacification, dans le respect de l’ordre juridique, tant civil que canonique. Ce nouvel esprit de compréhension mutuelle permit alors de trouver une issue à un certain nombre de difficultés et de faire concourir toutes les forces du pays au bien commun, chacune dans le domaine qui lui est propre. D’une certaine manière, on peut dire que l’on avait ainsi déjà atteint une sorte d’entente au jour le jour, qui ouvrait la voie à un accord consensuel de fait sur les questions institutionnelles de portée fondamentale pour la vie de l’Église. Cette paix, acquise progressivement, est devenue désormais une réalité à laquelle le peuple français est profondément attaché. Elle permet à l’Église qui est en France de remplir sa mission propre avec confiance et sérénité, et de prendre une part toujours plus active à la vie de la société, dans le respect des compétences de chacun.

3. Le principe de laïcité, auquel votre pays est très attaché, s’il est bien compris, appartient aussi à la Doctrine sociale de l’Église. Il rappelle la nécessité d’une juste séparation des pouvoirs (cf. Compendium de la Doctrine sociale de l’Église, nn. 571-572), qui fait écho à l’invitation du Christ à ses disciples: «Rendez à César ce qui est à César, et à Dieu ce qui est à Dieu» (Lc 20, 25). Pour sa part, la non-confessionnalité de l’État, qui est une non-immixtion du pouvoir civil dans la vie de l’Église et des différentes religions, comme dans la sphère du spirituel, permet que toutes les composantes de la société travaillent ensemble au service de tous et de la communauté nationale. De même, comme le Concile œcuménique Vatican II l’a rappelé, l’Église n’a pas vocation pour gérer le temporel, car, «en raison de sa charge et de sa compétence, elle ne se confond d’aucune manière avec la communauté politique et n’est liée à aucun système politique» (Constitution pastorale Gaudium et spes, n. 76 § 2; cf. n. 42). Mais, dans le même temps, il importe que tous travaillent dans l’intérêt général et pour le bien commun. C’est ainsi que s’exprime aussi le Concile: «La communauté politique et l’Église, quoique à des titres divers, sont au service de la vocation personnelle et sociale des mêmes hommes. Elles exercent d’autant plus efficacement ce service pour le bien de tous qu’elles recherchent davantage entre elles une saine coopération» (Ibid., n. 76 § 3).

4. L’application des principes de la Doctrine sociale de l’Église a permis, entre autres, de nouveaux développements dans les relations entre l’Église et l’État en France, jusqu’à parvenir, ces dernières années, à la création d’une instance de dialogue au plus haut niveau, ouvrant la voie d’une part au règlement des questions en suspens ou des difficultés qui peuvent se faire jour dans différents domaines, et, d’autre part, à la réalisation d’un certain nombre de collaborations dans la vie sociale, en vue du bien commun. Ainsi, peuvent se développer des relations confiantes qui permettent de traiter les questions institutionnelles, en ce qui concerne les personnes, les activités et les biens, dans un esprit de coopération et de respect mutuel. Je salue aussi toutes les collaborations qui existent de manière sereine et confiante dans les municipalités, dans les collectivités locales et au sein des régions, grâce à l’attention des élus, du clergé, des fidèles, et des hommes et des femmes de bonne volonté. Je sais l’estime dans laquelle vous tenez les responsables de la Nation et les liens que vous avez avec eux, étant toujours prêts à apporter votre concours à la réflexion, dans les domaines qui engagent l’avenir de l’homme et de la société, et pour un plus grand respect des personnes et de leur dignité. Avec vous, j’encourage les fidèles laïcs dans leur désir de servir leurs frères et sœurs par une participation toujours plus active à la vie publique, car, comme le dit le Concile Vatican II, «la communauté des chrétiens se reconnaît réellement et intimement solidaire du genre humain et de son histoire» (Constitution pastorale Gaudium et spes, n. 1). En raison de leur statut de citoyens, comme leurs compatriotes, les catholiques de France ont le devoir de participer, selon leurs compétences et dans le respect de leurs convictions, aux différents domaines de la vie publique.

5. Le christianisme a joué et joue encore un rôle important dans la société française, que ce soit dans les domaines politique, philosophique, artistique ou littéraire. L’Église en France compte aussi, au vingtième siècle, de grands pasteurs et de grands théologiens. On peut dire que ce fut une période particulièrement féconde, même pour la vie sociale. Henri de Lubac, Yves Congar, Marie-Dominique Chenu, Jacques et Raïssa Maritain, Emmanuel Mounier, Robert Schuman, Edmond Michelet, Madeleine Delbrêl, Gabriel Rosset, Georges Bernanos, Paul Claudel, François Mauriac, Jean Lacroix, Jean Guitton, Jérôme Lejeune, autant de noms qui ont marqué la pensée et la pratique françaises, et qui demeurent comme des grandes figures reconnues, non seulement de la communauté ecclésiale, mais aussi de la communauté nationale. Ces personnes, ainsi que de nombreux autres catholiques, ont eu une influence décisive sur la vie sociale dans votre pays et, pour certains, dans la construction de l’Europe; tous fondaient leur démarche intellectuelle et leur action sur les principes évangéliques. Parce qu’ils aimaient le Christ, ils aimaient aussi les hommes et ils s’attachaient à les servir. Il appartient aujourd’hui aux catholiques de votre pays de marcher sur la voie de leurs devanciers. On ne peut pas non plus oublier la place importante des valeurs chrétiennes dans la construction de l’Europe et dans la vie des peuples du continent. Le christianisme a en grande partie façonné le visage de l’Europe et il revient aux hommes d’aujourd’hui d’édifier la société européenne sur les valeurs qui ont présidé à sa naissance et qui font partie de sa richesse.

La France ne peut que se réjouir d’avoir en son sein des hommes et des femmes qui puisent dans l’Évangile, dans leur démarche spirituelle et dans leur vie chrétienne, des éléments et des principes anthropologiques promouvant une haute idée de l’homme, principes qui les aident à remplir leur mission de citoyens, à tous les niveaux de la vie sociale, pour servir leurs frères en humanité, pour participer au bien commun, pour répandre la concorde, la paix, la justice, la solidarité et la bonne entente entre tous, en définitive pour apporter avec joie leur pierre à la construction du corps social. À ce propos, il convient que vous preniez soin aujourd’hui de développer toujours davantage la formation des fidèles à la Doctrine sociale de l’Église et à une réflexion philosophique sérieuse, notamment les jeunes qui se préparent à exercer des charges importantes dans des postes de décision au sein de la société; ils auront alors à cœur de faire rayonner les valeurs évangéliques et les fondements anthropologiques sûrs dans les différents domaines de la vie sociale. C’est ainsi que, dans votre pays, l’Église sera au rendez-vous de l’histoire. Les chrétiens sont conscients qu’ils ont une mission à remplir au service de leurs frères, comme le dit un des plus anciens textes de la littérature chrétienne: «Si noble est le poste que Dieu leur a assigné, qu’il ne leur est pas permis de déserter» (Lettre à Diognète, VI, 10). Cette mission comporte aussi pour les fidèles un engagement personnel, car elle suppose le témoignage par la parole et par les actes, en vivant les valeurs morales et spirituelles, et en les proposant à leurs concitoyens, dans le respect de la liberté de chacun.

6. La crise des valeurs et le manque d’espérance que l’on constate en France, et plus largement en Occident, font partie de la crise d’identité que traversent les sociétés modernes actuelles; ces dernières ne proposent bien souvent qu’une vie fondée sur le bien-être matériel, qui ne peut indiquer le sens de l’existence, ni donner les valeurs fondamentales pour faire des choix libres et responsables, source de joie et de bonheur. L’Église s’interroge sur une telle situation et souhaite que les valeurs religieuses, morales et spirituelles, qui font partie du patrimoine de la France, qui ont façonné son identité et qui ont forgé des générations de personnes depuis les premiers siècles du christianisme, ne tombent pas dans l’oubli. J’invite donc les fidèles de votre pays, dans la suite de la Lettre aux catholiques de France que vous leur avez adressée il y a quelques années, à puiser dans leur vie spirituelle et ecclésiale la force pour participer à la res publica, et pour donner un élan nouveau à la vie sociale et une espérance renouvelée aux hommes et aux femmes de notre temps. «On peut penser à bon droit que le destin futur de l’humanité est entre les mains de ceux qui sont en état de donner aux générations à venir des raisons de vivre et d’espérer» (Concile Vatican II, Constitution pastorale Gaudium et spes, n. 31). Dans cette perspective, des relations et des collaborations confiantes entre l’Église et l’État ne peuvent avoir que des effets positifs pour construire ensemble ce que le Pape Pie XII appelait déjà «la légitime et saine laïcité» [Allocution à la colonie des Marches à Rome, 23 mars 1958: La Documentation catholique 55 (1958), col. 456], qui ne soit pas, comme je l’évoquais dans l’Exhortation apostolique post-synodale Ecclesia in Europa, «un type de laïcisme idéologique ou de séparation hostile entre les institutions civiles et les confessions religieuses» (n. 117). Ainsi, au lieu de se situer en antagonisme, les forces sociales seront toujours plus au service de l’ensemble de la population qui vit en France. J’ai confiance qu’une telle démarche permettra de faire face aux situations nouvelles de la société française actuelle, en particulier dans le contexte pluriethnique, multiculturel et multiconfessionnel de ces dernières années.

Reconnaître la dimension religieuse des personnes et des composantes de la société française, c’est vouloir associer cette dimension aux autres dimensions de la vie nationale, pour qu’elle apporte son dynamisme propre à l’édification sociale et que les religions n’aient pas tendance à se réfugier dans un sectarisme qui pourrait représenter un danger pour l’État lui-même. La société doit pouvoir admettre que des personnes, dans le respect d’autrui et des lois de la République, puissent faire état de leur appartenance religieuse. Dans le cas contraire, on court toujours le risque d’un repliement identitaire et sectaire, et de la montée de l’intolérance, qui ne peuvent qu’entraver la convivialité et la concorde au sein de la Nation.

En raison de votre mission, vous êtes appelés à intervenir régulièrement dans le débat public sur les grandes questions de société. De même, au nom de leur foi, les chrétiens, personnellement ou en associations, doivent pouvoir prendre la parole publiquement pour exprimer leurs opinions et pour manifester leurs convictions, apportant de ce fait leurs contributions aux débats démocratiques, interpellant l’État et leurs concitoyens sur leurs responsabilités d’hommes et de femmes, notamment dans le domaine des droits fondamentaux de la personne humaine et du respect de sa dignité, du progrès de l’humanité qui ne peut pas être à n’importe quel prix, de la justice et de l’équité, ainsi que de la protection de la planète, autant de domaines qui engagent l’avenir de l’homme et de l’humanité, et la responsabilité de chaque génération. C’est à ce prix que la laïcité, loin d’être le lieu d’un affrontement, est véritablement l’espace pour un dialogue constructif, dans l’esprit des valeurs de liberté, d’égalité et de fraternité, auxquelles le peuple de France est fort justement très attaché.

7. Je sais que vous êtes très attentifs à la présence de l’Église dans des lieux où se posent les grandes et redoutables questions du sens de l’existence humaine. Je pense – pour n’en nommer que quelques-uns particulièrement significatifs – au cadre hospitalier où l’assistance spirituelle aux malades et au personnel constitue une aide de premier plan, ainsi qu’au domaine éducatif où il importe d’ouvrir les jeunes à la dimension morale et spirituelle de leur vie, pour leur permettre de développer leur personnalité intégrale. En effet, l’éducation ne peut se limiter à une formation scientifique et technique, mais elle doit prendre en compte tout l’être du jeune. C’est dans cette perspective que travaille l’Enseignement catholique, dont vous êtes responsables dans vos diocèses. Je sais son souci d’être une instance partenaire de la démarche éducative dont les Autorités civiles ont la charge, mais aussi son désir de maintenir dans le corps enseignant et dans son enseignement la spécificité qui lui est propre. Il revient pour sa part à l’État, dans le respect des règles établies, de garantir aussi aux familles qui le souhaitent la possibilité de faire donner à leurs enfants la catéchèse dont ils ont besoin, en prévoyant notamment des horaires convenables pour cela. D’autre part, sans dimension morale, les jeunes ne peuvent qu’être tentés par la violence et par des comportements qui ne sont pas dignes d’eux, comme on le constate régulièrement. À ce propos, je voudrais rendre hommage aux nombreux saints et saintes éducateurs, qui ont marqué l’histoire de vos Églises particulières et de la société en France. Il me plaît de rappeler les deux derniers de vos compatriotes que j’ai eu l’occasion de canoniser, Marcellin Champagnat, qui a largement contribué à l’éducation de la jeunesse dans les campagnes françaises, et Léonie Aviat, qui s’est attaché à venir en aide aux pauvres et qui a créé des écoles pour les jeunes filles en milieu urbain. Je sais que vous prenez soin de former des prêtres, des religieux et des religieuses, et des laïcs, pour qu’ils soient des témoins et des compagnons de leurs frères, attentifs à leurs interrogations et capables de les soutenir dans leur démarche humaine et spirituelle. À ce propos, je salue le travail courageux des enseignants et des éducateurs auprès des jeunes de votre pays, connaissant la délicatesse et l’importance de leur mission.

8. J’ai souhaité que l’année 2005 soit pour toute la communauté ecclésiale une Année de l’Eucharistie. Dans la Lettre apostolique que j’écrivais à ce sujet, je rappelais que «la "culture de l’Eucharistie" promeut une culture du dialogue et donne à cette dernière force et nourriture. On se trompe lorsqu’on pense que la référence publique à la foi peut porter atteinte à la juste autonomie de l’État et des Institutions civiles, ou bien que cela peut même encourager des attitudes d’intolérance» (Lettre apostolique Mane nobiscum Domine, n. 26). Je vous invite donc tous, chers Frères dans l’Épiscopat, ainsi que l’ensemble du clergé et des catholiques de France, à puiser dans l’Eucharistie la force pour donner un témoignage renouvelé des authentiques valeurs morales et religieuses, pour poursuivre un dialogue confiant et des collaborations sereines avec tous au sein de la société civile, et pour se mettre au service de tous.

Au terme de cette lettre, je voudrais vous exprimer et exprimer à tous vos compatriotes ma reconnaissance pour ce qui a déjà été accompli dans le domaine social et ma confiance en l’avenir d’une bonne entente entre toutes les composantes de la société française, entente dont vous êtes déjà les témoins. Que tous vos compatriotes sachent que les membres de la communauté catholique en France souhaitent vivre leur foi au milieu de leurs frères et sœurs, et mettre à la disposition de tous leurs compétences et leurs talents ! Que personne n’ait peur de la démarche religieuse des personnes et des groupes sociaux ! Vécue dans le respect de la saine laïcité, elle ne peut qu’être source de dynamisme et de promotion de l’homme. J’encourage les catholiques français à être présents dans tous les domaines de la société civile, dans les quartiers des grandes villes comme dans la société rurale, dans le monde de l’économie, de la culture, des arts, comme de la politique, dans les œuvres caritatives comme dans le système éducatif, sanitaire et social, avec le souci d’un dialogue serein et respectueux avec tous. Je souhaite que tous les Français travaillent main dans la main à la croissance de la société, afin que tous puissent en bénéficier. Je prie pour le peuple de France; ma pensée va en particulier aux personnes et aux familles touchées par les difficultés économiques et sociales. Qu’une solidarité toujours plus grande puisse s’instaurer pour que nul ne soit laissé à l’écart ! Qu’en cette période, une attention plus grande soit portée aux personnes qui n’ont pas de toit, ni de nourriture !

Je garde en mémoire les différentes visites que j’ai eu la joie d’accomplir sur la terre bien-aimée de France, et notamment mon inoubliable pèlerinage à Lourdes, lieu particulièrement cher aux fidèles de votre pays et plus largement à toutes les personnes qui veulent se confier à Marie. J’ai pu mesurer la profondeur humaine et spirituelle de la démarche d’hommes, de femmes et d’enfants français qui viennent à la grotte de Massabielle, témoignant ainsi du travail pastoral que vous réalisez dans vos diocèses, avec les prêtres, les religieux et religieuses, et les laïcs engagés dans la mission de l’Église.

En vous confiant à l’intercession de Notre-Dame de Lourdes, que nous honorons tout particulièrement en ce jour et qui est vénérée dans de nombreux sanctuaires de votre terre, et de tous les saints de votre pays, je vous accorde, ainsi qu’à tous les fidèles de vos diocèses, une affectueuse Bénédiction apostolique.
Du Vatican, le 11 février 2005.
IOANNES PAULUS II
[Texte original: Français]



1905-2005  : l'Etat face aux Eglises, par Jean-Arnold de Clermont
LE MONDE | 15.02.05 | 13h59
Il faut le souligner, la Fédération protestante de France (FPF), créée en 1905, garde un attachement et une confiance sans faille dans les principes énoncés par la loi de 1905 !

Alors que se développait, ces dernières années, la lutte contre les "sectes", elle a tout à la fois rappelé son refus d'une loi d'exception contre des associations qualifiées de "sectes", sans qu'une telle dénomination repose sur le moindre fondement juridique ; mais simultanément elle a fait entendre la légitimité du rôle des pouvoirs publics dans leur volonté de contrôle de l'espace social, dès lors qu'était respectée la liberté des cultes.

Dans le même esprit, elle adressait au premier ministre, en décembre 2002, un document d'analyse de la situation des associations cultuelles au regard de la loi du 9 décembre 1905. Je résume ce dossier "Cultes, équité, laïcité" en une phrase : faire entendre que, au-delà de la séparation des Eglises et de l'Etat, il faut aujourd'hui développer une véritable liberté d'exercice des cultes telle qu'annoncée par la loi.

Aujourd'hui, la loi de 1905 ne doit-elle pas être adaptée à une nouvelle configuration religieuse où, aux quatre cultes reconnus par le Concordat et les articles organiques, toujours en vigueur en Alsace et Moselle, à savoir les cultes catholique, juif, luthérien et réformé, se sont ajoutés les cultes orthodoxe, musulman, évangélique et pentecôtiste, et des cultes orientaux, dont le bouddhisme ?

La question doit être posée d'autant plus que le législateur ne s'est pas privé de modifier cette loi plus d'une dizaine de fois depuis 1905. Dans un premier temps, les réactions à cette suggestion protestante de toilettage de la loi ont soulevé un tollé : si l'on devait toucher à cette loi, n'allait-on pas mettre en péril un édifice à l'équilibre encore instable ?

Relancer la "guerre des deux France" ? Rouvrir la boîte de Pandore ? Plutôt qu'à lancer des slogans dépassés que l'on veuille bien ici examiner les pièces du dossier !

Une première difficulté pratique vient du lien existant entre la loi de 1901 sur les associations et la loi de 1905 créant les associations cultuelles ; dès lors que le législateur modifie la loi de 1901, cette modification s'applique aux associations cultuelles et cette automaticité du lien met en péril une disposition essentielle de la loi de 1905 qui prétend ne pas intervenir dans le mode de gouvernement interne des Eglises !

Nous proposons que soit simplement vérifié préalablement si la disposition envisagée n'est pas contraire à l'affirmation de la liberté des cultes.

Les associations cultuelles ont un objet unique, "exclusivement cultuel", déterminé par l'article 19 de la loi. Toutes pourtant développent une activité culturelle (journaux, publications, musique et chant...) ou une activité sociale (jeunesse, diaconie, entraide, mission...).

Pour ce faire elles doivent créer autant d'associations à vocation culturelle ou sociale ; soit ! Mais outre les complications administratives, elles refusent d'être "saucissonnées" en différents objets ; elles sont principalement à vocation cultuelle, mais exercent leur rôle culturel et social dans l'espace public.

Nous avons proposé que cela soit reconnu, et si l'on ne veut pas modifier la loi, cela ne pourrait-il pas se faire de manière réglementaire simple en reconnaissant que 20 % de leurs ressources pourraient être consacrés à leurs activités culturelles et sociales, et reversés à des associations ad hoc ?

Ces préoccupations techniques ne mettent pas en question les principes de la loi de séparation des Eglises et de l'Etat. Mais il n'en est pas de même du constat que nous faisons, de plus en plus souvent, de la non-application de la loi.

Prenons le dossier du financement des lieux de culte. L'article 2 de la loi indique que "la République ne reconnaît, ne salarie ni ne subventionne aucun culte". Le protestantisme français s'y est plié.

Quand il a besoin de construire un lieu de culte, il achète, emprunte, se fait soutenir financièrement par les membres de ses associations cultuelles ou des Eglises soeurs, souvent à l'étranger. Souvent les communautés achètent un local commercial qu'elles transforment en lieu de culte.

Elles se heurtent alors à la mauvaise volonté de bien des municipalités qui refusent le changement d'affectation du local pour qu'il soit apte à recevoir du public (quand bien même les normes de sécurité sont respectées). Il faut dire qu'il s'agit souvent de communautés évangéliques, de Français issus de l'immigration... Tout ce qu'il faut pour être suspecté d'être une "secte".

Faut-il qu'il en soit différemment pour les mosquées ? Deux raisons sont évidentes ; l'une purement "politique" : permettre à l'islam de France de "sortir des caves". Qui n'applaudit à cela ?

L'autre est plus historique : pourquoi une nouvelle religion s'implantant en France ne bénéficierait-elle pas d'une aide de départ ?

On a donc inventé des formules qui déjà avaient été utilisées pour les Chantiers du cardinal, créés en 1931 : baux emphytéotiques, prêts avec garantie des municipalités, aide déguisée de l'Etat pour des parties consacrées au culturel...

Pourquoi ne pas dire alors les choses de manière claire et officielle ? Qu'en contrepartie des obligations faites aux associations cultuelles de ne disposer que des ressources des fidèles ou des dons et legs régulièrement enregistrés, des conditions d'emprunt et de baux pourraient leur être accordées ?

Un texte législatif simple pourrait confirmer cela sans mettre en question la loi de 1905, et surtout s'appliquer à tous sans que quiconque ait à discerner s'il s'agit d'un culte "religieusement correct".

On peut me semble-t-il suivre un raisonnement semblable pour la formation des ministres des cultes. Celle-ci doit relever des cultes eux-mêmes ; la distinction entre le théologique et le culturel doit être faite et permettre des soutiens publics à l'initiation au français, à la culture de la laïcité, aux lois qui régissent les cultes... Mais, là encore, cela doit être vrai pour tous. Est-il insultant pour les législateurs de 1905 de dire qu'ils n'avaient pas tout prévu et que des améliorations à la loi pourraient intervenir dans un contexte nouveau, un siècle plus tard ?

Une véritable liberté des cultes ; c'est bien l'enjeu fondamental qui se dessine en cette année 2005. A plusieurs reprises, nous avons constaté au cours des derniers mois, résultat probable d'un débat escamoté sur la laïcité, que des responsables politiques ou privés remettent en question cette liberté. Ils veulent contrôler le religieux.

N'a-t-on pas vu un député et maire interrompre un service religieux pour un contrôle de sécurité, contrevenant en cela à l'article 32 de la loi de 1905, qui punit de dix jours à un mois de prison une telle voie de fait ?

De même se manifeste une volonté de reléguer le religieux dans l'intimité de la sphère du privé. Plus encore se dessine la volonté de certains de ne connaître que le religieux "modéré" (et qui détermine ce qui est modéré, dès lors que les lois de la République sont respectées ?) et l'identifiable, c'est-à-dire ce qui ressemble à l'idée a priori que l'on s'en fait.

Devant de telles dérives il faut revenir à la loi de 1905 et à ses principes. Elle a instauré pour les cultes un régime de simple déclaration associative, sur la base de statuts dont l'objet est exclusivement cultuel.

Nul ne peut leur contester le droit d'exister dès lors qu'elles respectent les lois en vigueur. Elles doivent toutes pouvoir bénéficier des avantages de la loi de 1905 et des lois complémentaires qui les régissent. Elles n'ont pas à être soumises à une pseudo-"reconnaissance", exclue par la loi de 1905.

Une telle liberté appartient à l'idée même que nous nous faisons d'un Etat laïque et républicain. Cette laïcité, qui n'a besoin d'aucun adjectif (apaisée, ouverte...) pour la qualifier, est un mode de vivre ensemble où agnostiques et athées, juifs, chrétiens et musulmans, etc., constituent ensemble, dans le respect de leurs différences, la société civile.

Jean-Arnold de Clermont est président de la Fédération protestante de France et de la conférence des Eglises européennes

. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 16.02.05



Plus d'un demi-siècle après la disparition de Mustafa Kemal Atatürk
L'interdiction du voile remise en question en Turquie

Istanbul : Marie-Michèle Martinet
[16 février 2005]
La question est restée en suspens pendant plusieurs semaines : fallait-il autoriser la publication de la correspondance et du journal intime de Latife Usakligil, qui fut l'épouse de Mustafa Kemal Atatürk jusqu'à leur divorce, en 1925 ? La réponse a finalement été tranchée par le président de la Fondation d'histoire turque qui, à la demande de la famille Usakligil, a décidé que ces écrits resteraient secrets.
Décédée en 1975, celle qui, pendant deux ans, partagea la vie du «Gazi» a emporté dans la tombe sa part de vérité sur une relation conjugale particulièrement orageuse. Issue de la bonne société d'Izmir, polyglotte raffinée, Latife Usakligil n'avait jamais pu accepter les manières parfois fort cavalières de son mari, qui la délaissait au profit de ces longs dîners de travail très arrosés, restés célèbres dans l'entourage du fondateur de la république turque. De nombreux témoignages s'accordent cependant à relever que cette femme de caractère eut une réelle influence sur l'élaboration de certaines réformes, concernant notamment l'émancipation des femmes qui, à l'époque, n'avait rien à envier à la norme européenne. Dès 1934, avant les Françaises, les citoyennes turques allaient obtenir le droit de voter et d'être élues. Comme le remarque l'historien Jean-François Pérouse dans son récent ouvrage, La Turquie en marche (É. La Martinière), l'Assemblée nationale turque de 1935 comptait dix-huit femmes... soit cinq sièges de plus qu'en 1995.
Au regard du temps passé, des changements accomplis et de ceux que certains aimeraient aujourd'hui mettre en oeuvre, on mesure l'importance du bond en avant accompli sous l'impulsion de Mustafa Kemal Atatürk : adoption de l'alphabet latin, rejet des vieux symboles vestimentaires, tels que le fez, au profit du costume occidental... Le pays tout entier s'engagea, dès 1920, dans un profond bouleversement culturel. Parfois à marche forcée : Olivier Roy, chercheur au CNRS, qui vient de diriger la rédaction d'un ouvrage collectif, La Turquie aujourd'hui (éditions Universalis) rappelle que parmi les oukases édictés par Mustafa Kemal figurait «l'obligation faite aux fonctionnaires d'assister aux bals du samedi avec leurs épouses en robe du soir et les bras nus, ce qui, dans les villages reculés de l'Anatolie, devait apparaître comme une sorte de nudisme».
Face à un tel esprit de réforme et d'audace, ce début de XXIe siècle à Ankara peut sembler, surtout dans le domaine culturel, bien timoré ; et dominé avant tout par une volonté de recul et de repli.
A l'image de cette insistance du premier ministre turc à lever l'interdiction du foulard dans les universités, en dépit du refus maintes fois exprimé par les défenseurs de la laïcité. Dans une interview publiée récemment par un hebdomadaire allemand, Recep Tayyip Erdogan rappelle sa volonté de faire adopter, à plus ou moins long terme, le port du voile à l'université. Le premier ministre turc confie également que sa fille, qui poursuit ses études aux Etats-Unis pour pouvoir continuer à se voiler la tête, considère le foulard non comme une contrainte, mais comme un accessoire de l'élégance féminine.
Cette interview a provoqué un tollé en Turquie, l'opposition laïque accusant notamment le premier ministre d'avoir établi un agenda secret avec ses ministres pour tenter, en catimini, de modifier l'actuelle Constitution. Sur la défensive, Recep Tayyip Erdogan s'est efforcé d'atténuer son propos, accusant le journaliste allemand d'avoir falsifié ses déclarations. Mais celui-ci a riposté en publiant un échange de courriels attestant du sérieux et de l'honnêteté de son travail...
Comme ce fut déjà le cas à l'automne dernier, quand le gouvernement avait voulu faire voter une loi prévoyant de pénaliser l'adultère, l'image de la femme et son rôle dans la société turque se retrouvent donc encore une fois placés au centre de l'éternelle polémique opposant les tenants d'une Turquie moderne et laïque à ceux qui voudraient la voir renouer avec des traditions que les premiers jugent rétrogrades et liberticides. Avec en toile de fond la question de savoir si, en Turquie, l'Islam peut être soluble dans la démocratie ; ou l'inverse...
Même la secrétaire d'Etat américaine, Condoleezza Rice, finirait par y perdre ses repères. La semaine dernière, à Paris, devant les étudiants de Sciences Po, en présentant la Turquie comme un modèle de pays musulman dont Bagdad pourrait s'inspirer pour établir une démocratie en Irak, elle s'est attirée les foudres du très laïc président de la République turque, Ahmet Necdet Sezer : «La Turquie ne peut pas être citée comme exemple d'un Islam modéré, a-t-il martelé. La Turquie ne peut être décrite que comme un modèle de système laïc.»
Un système où les femmes voilées, même quand elles se présentent au bras de leur mari, ministre du gouvernement AKP, sont interdites de soirée dans l'enceinte du palais présidentiel. Ce même palais de Cankaya où, il y a plus d'un demi-siècle, robe noire et bras nus étaient déjà de rigueur.




Une circulaire recommande la souplesse face à l'édification des lieux de culte
LE MONDE | 21.02.05 | 14h58
"La neutralité ne signifie pas l'indifférence", précise le ministère de l'intérieur.
Le ministère de l'intérieur a adressé aux préfets une circulaire en date du 14 février, leur rappelant les conditions de construction des lieux de culte. Ce document, publié sur le site Internet du ministère, insiste sur le fait que "l'édification d'un lieu de culte ne peut être empêchée que pour des motifs liés à l'application des règles en vigueur, notamment des règles en matière d'urbanisme et de construction des édifices recevant du public".

La circulaire plaide pour une prise en compte positive du fait religieux par l'administration. "Le principe de séparation des Eglises et de l'Etat, fixé par la loi du 9 décembre 1905, et le principe fondamental de laïcité inscrit dans la Constitution font de la neutralité la pierre angulaire des relations des autorités publiques avec les organes religieux", souligne-t-elle.
Cependant, "la neutralité ne signifie (...) pas l'indifférence à l'égard du fait religieux puisqu'aux termes mêmes de la loi du 9 décembre 1905, la République garantit le libre exercice des cultes sous les seules restrictions édictées par la loi dans l'intérêt de l'ordre public".
La circulaire, signée par Pierre Mongin, directeur de cabinet de Dominique de Villepin, dresse ensuite un rapide état des lieux de la législation en matière d'urbanisme et d'édification des lieux de culte. Elle rappelle les conditions qui peuvent entraîner le refus d'un permis de construire.
Elle se conclut sur cette phrase adressée aux préfets : "Le rappel des principes et de la jurisprudence doit vous permettre, lorsque vous êtes informés d'un projet de construction et d'aménagement de lieu de culte, d'assister les maîtres d'ouvrage et les communes afin d'éviter la multiplication des situations litigieuses."
Ce rappel des principes vise principalement les élus qui, au cours des dernières années, ont posé des obstacles injustifiés à la construction de mosquées ou de salles de prière musulmanes dans leur commune.

"DISCRIMINATIONS"
Mais l'islam n'est pas seul concerné. A l'issue d'un entretien avec le premier ministre, Jean-Pierre Raffarin, le 11 janvier, le pasteur Jean-Arnold de Clermont, président de la Fédération protestante de France, avait dénoncé les "tracasseries administratives" et les "discriminations" dont étaient victimes, selon lui, les associations protestantes désirant construire ou acquérir des lieux de culte. "Des associations cultuelles se voient opposer des règlements d'urbanisme alors que, dans le même temps, on fait tout ce qu'il faut pour permettre au culte musulman de trouver des mosquées, de s'implanter ici et là", avait-il même déclaré.
La Fédération protestante déplore en particulier que plusieurs municipalités s'opposent à l'installation de lieux de culte protestants, au motif qu'ils ne comptent pas assez de places de parking pour accueillir les fidèles.
De son côté, l'Eglise catholique constate quelques problèmes dans des villes de la région parisienne. "Il arrive que des projets s'enlisent, dans des communes où il y a un manque d'assise foncière, et où le plan d'occupation des sols ne prévoit pas la construction de lieux de culte, indique Marie-Caroline de Marliave, porte-parole de la Conférence des évêques de France. Ce sont des difficultés d'ordre administratif, mais qui peuvent constituer des blocages en l'absence d'une volonté forte."
Xavier Ternisien
. ARTICLE PARU DANS L'EDITION DU 22.02.05



"Wer Geschichte relativiert, macht einen Fehler"

Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski zu seinen Erwartungen an
Deutschland und an Kreml-Chef Putin

Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski

Foto: AP

DIE WELT: Im Mai 2003 haben Sie in Warschau eine Rede gehalten, in der Sie sagten, daß "alle Polen ohne Parteibücher und ohne Trennungen gemeinsam für Europa arbeiten müssen". Die euroskeptischen Parteien in Ihrem Land werden aber immer stärker. Was bedeutet das - etwa mit Blick auf das Referendum zur EU-Verfassung?

Aleksander Kwasniewski: Ich halte unbedingt aufrecht, was ich damals gesagt habe. Die ersten Monate seit dem Beitritt sind als Erfolg zu verbuchen. Ich glaube, wir haben sogar die skeptischsten polnischen Bauern überzeugen können, die gewaltige Beiträge an Beihilfen bekommen haben. Ich glaube, wir sind das einzige europäische Land, das mehr als 90 Prozent der möglichen Subventionsanträge gestellt hat. Es existiert ein großes Vertrauen, große Überzeugung, die der EU entgegengebracht werden - und die nichts mit den zunehmenden populistischen, antieuropäischen Kräften zu tun haben. Was paradox klingen mag. Denn diese Kräfte, die heute in den Umfragen punkten, gewinnen vor allem deshalb, weil sie gegen die Regierung, aber auch alle Umgestaltungen Polens der letzten 15 Jahre sind. Den neuesten Umfragen zufolge sind 65 Prozent der Polen für den Verfassungsvertrag - und ich glaube, das ist eine ehrliche Zahl. So würde ich auch den möglichen Ausgang einschätzen, 65 dafür, 25 bis 30 Prozent dagegen.

DIE WELT: Sie waren einer der wichtigsten Vermittler in der "orangenen Revolution". Wie reagiert Berlin mittlerweile auf Ihr Anliegen, die Ukraine in die EU zu holen?

Kwasniewski: Ich freue mich, daß die orangene Revolution so ausgegangen ist - denn da gab es einige sehr gefährliche, riskante Situationen. Man sollte der Ukraine eine europäische Perspektive eröffnen, denn sie hat sich selbst darum beworben, sie will sich in die EU-Strukturen integrieren. Ich will heute weder über das Datum entscheiden noch über das gesamte notwendige Kalendarium - aber ich sage ganz klar und wiederhole hier: Die Ukraine hat ihren Platz in der EU. Und daran sind wir nicht nur als Polen, sondern als Europäer interessiert. Das sagt aber noch nichts über das weitere Vorgehen. Die Hauptlast liegt bei der Ukraine - aber dazu sind sie auch bereit. Ich habe den Enthusiasmus gesehen, die Menschen, die daran glauben, daß es möglich ist. Ich spreche nicht nur von der Regierung, dem Präsidenten, sondern von den einfachen Menschen. Und ich hoffe, daß die Deutschen dem förderlich sein werden. Denn wenn die Deutschen in zwei Dingen Erfahrung haben, die sie den Ukrainern vermitteln könnten, dann ist das die Transformationserfahrung des Ostens. Und wie man sehr gute Beziehungen im europäischen Umfeld aufbaut. Zum Beispiel die deutsch-französische Versöhnung. Hier hat Deutschland seine Rolle zu spielen.

DIE WELT: Und dazu ist Berlin bereit?

Kwasniewski: Ich glaube ja. Nach Gesprächen mit Präsident Köhler und Bundeskanzler Schröder habe ich den Eindruck, daß sich alle bewußt sind, daß es kein einfacher Prozeß sein wird, aber daß man diese Perspektive den Ukrainern ehrlich aufzeigen muß.

DIE WELT: Bürger vieler Länder lehnen die am 9. Mai in Moskau geplanten Feiern zum 60. Jahrestag des Kriegsendes ab, weil sie dieses Datum nicht als Tag der Befreiung, sondern der Besatzung empfinden. Auch in Polen gibt es diese Kritik. Warum fahren Sie trotzdem?

Kwasniewski: Ja, ich werde hinfahren. Es kommen alle politischen Führer, soweit ich weiß. Wir nehmen teil, um die Beendigung des Zweiten Weltkriegs - des blutigsten Krieges in der Geschichte der Menschheit - zu feiern und den Sieg über den Faschismus. Ich würde sicher nicht hinfahren, wenn es ein Jahrestag von Jalta wäre oder des Ribbentrop-Molotow-Pakts. Da gibt es ganz andere Konnotationen. Dieser Pakt war für uns de facto eine Aufteilung und Besatzung Polens durch zwei Großmächte, Nazideutschlands und der Sowjetunion. Und ich verstehe sehr wohl die Positionen von Litauen, Lettland und Estland, für die das auch ein dramatisches Ereignis war. Das Problem der Beendigung des Zweiten Weltkriegs ist das folgende: Die Sowjetunion, die USA und Großbritannien haben eine Aufteilung ihrer Einflüsse vorgenommen. Das läßt sich nicht mehr rückgängig machen. Aber es geht um eine moralische Bewertung. Wenn wir Präsident Bush hören, der sagt, daß Jalta eine erneute Aufteilung Europas war - und eine Entscheidung, an der die Amerikaner beteiligt waren -, die für viele Europäer vor allem keine Freiheit gebracht hat, Freiheit, über das eigene Schicksal zu entscheiden. Manche Länder wurden somit - wenn auch nicht direkt - zu besetzten Ländern. Das muß alles gesagt werden! Nicht um die Geschichte rückgängig zu machen, das geht nicht. Aber es muß ehrlich und aufrichtig sein. Das erwarten wir von der russischen Seite. Putin hat hier große Möglichkeiten, um auf der einen Seite den großen Beitrag der Sowjetvölker, der russischen Nation im Sieg über den Faschismus aufzuzeigen. Aber andererseits auch zu bewerten, was nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat. Wir erwarten nichts Ungewöhnliches - nur eine gerechte, moralische Bewertung dessen, was nach 1945 passiert ist.

DIE WELT: Welche konkreten Schritte sind möglich, um die schwierige Diskussion zwischen Polen und Deutschen um Vertreibung und Entschädigung in den nächsten Jahren zu entkrampfen?

Kwasniewski: Nazi-Deutschland hat diesen Krieg angefangen. Und diese Wahrheit darf auf keinerlei Art und Weise relativiert werden. Alles, was später passiert ist, war eine Konsequenz dessen. Die Vertreibungen, die Veränderung der Grenzen. Wenn wir uns in diesem Geist unterhalten, wenn wir nicht das Gefühl haben, daß eine Relativierung der Geschichte stattfindet, Versuche, diese umzudrehen, dann können wir miteinander sprechen. Das Problem der Vertreibungen bezieht sich genauso auf die Deutschen wie auf die Polen. Millionen Polen wurden umgesiedelt aus dem Osten des Landes.

Meine Mutter ist in Vilnius geboren. Ich habe ein Dokument des NKWD über die Zwangsumsiedlungen. Da waren auch meine Großeltern und meine Mutter und ihre zwei Geschwister aufgeführt - und darüber eine Klammer: ein Koffer. Ein Koffer für die ganze Familie. Das sind Dramen, die in sehr vielen Völkern stattfinden und denen gegenüber wirsehr sensibel und aufgeschlossen sein müssen. Wir sollten immer daran denken, daß das alles mit etwas angefangen hat. Mit den Nazis, dem Zweiten Weltkrieg Hitlers, dem 1. September 1939. Die Nazis haben Polen als souveränes Land von Europas Landkarte wegradiert. Das ist die Schlüsselfrage. Das ist nicht einmal zu diskutieren, das muß man gemäß der historischen Wahrheit annehmen. Wir sind nun gemeinsam in der EU, in der Nato - das ist fast ein historisches Wunder. Wir sollten ein Gefühl der Sicherheit, der Gemeinschaft haben. Diejenigen, die in die umgekehrte Richtung arbeiten - ich will sie nicht beim Namen nennen -, machen einen Fehler.

DIE WELT: Teilen Sie die Meinung von Bundeskanzler Schröder, daß dieNato reformbedürftig ist?

Kwasniewski: Die Nato hat sich bewährt. In mehr als 50 Jahren und durch ihre Erweiterung hat sie nicht nur den Raum für Sicherheit, sondern auch für demokratische Standards verbreitert. Nun muß sie sich wegen anderer Bedrohungen verändern. Sie ist eine gelungene Organisation; sie sollte offen bleiben, die transatlantischen Fundamente festigen. Wenn, dann sollten wir mehr über die gemeinsame Sicherheitspolitik der EU sprechen - aber nicht in Konfrontation mit der Nato, nicht anstelle der Nato. Nicht indem man die Nato vervielfältigt, sondern als Ergänzung, die zeigt, daß auch Europa sich in den letzten 50 Jahren verändert hat. Daß es immer fähiger wird, Verantwortung selbst zu übernehmen. Wenn zu reformieren ist, dann ist das viel eher die UNO. Die Nato hingegen kann man verändern, ohne daß es wesentlicher Reformen bedarf.

Das Gespräch führten Stefanie Bolzen und Matthias Kamann.

Artikel erschienen am Mo, 28. Februar 2005



La mise en berne des drapeaux en France pour la mort du pape crée un début de polémique
LEMONDE.FR | 04.04.05 | 16h47  .  Mis à jour le 04.04.05 | 20h33


Une polémique s'est amorcée en France sur la mise en berne des drapeaux en hommage à Jean Paul II, certains hommes politiques de gauche, mais pas uniquement, estimant que le gouvernement en fait "trop", alors que l'on célèbre justement cette année le centenaire de la loi sur la laïcité.

Des élus de gauche ont dénoncé ce geste en l'honneur d'un chef religieux et le président du parti de centre droit UDF, François Bayrou, allié souvent rebelle du gouvernement, a jugé que cette décision "ne correspond pas à la distinction qu'il faut faire entre convictions spirituelles et choix politiques et nationaux".

"Je n'aurais certainement pas pris une telle décision", a déclaré M. Bayrou, alors que le gouvernement du premier ministre Jean-Pierre Raffarin la justifiait comme! un hommage normal à un chef d'Etat.

Un adjoint au maire de Paris, Christophe Girard (écologiste), avait ouvert la brèche dimanche, en se disant "troublé" par "l'utilisation du symbole national" au risque "d'aiguiser les appétits des communautaristes" et de réveiller la querelle sur la laïcité, toujours prête à ressurgir en France.

On l'a vu avec la loi adoptée l'an dernier pour interdire les signes religieux, dont le foulard islamique, dans les établissements scolaires, ou lorsque Nicolas Sarkozy, le président du parti au pouvoir en France, l'UMP (droite), a suggéré de toiletter la loi de 1905 sur la séparation de l'Eglise et de l'Etat pour tenir compte de l'islam.


"ENGRENAGE"


Le sénateur socialiste Jean-Luc Mélenchon a renchéri, en mettant en garde lundi contre un "engrenage" et en appelant "les autorités de l'Etat" à faire preuve d'une "laïcité absolument sans ombre, sans demi-teinte".

Allant plus loin, Yves Contassot, autre adjoint écologist! e du maire de Paris, a jugé "complètement déplacée" la mise en berne des drapeaux, accusant d'"abus de pouvoir" le président Jacques Chirac qui, selon lui, engage "l'ensemble des Français" dans ce qui relève du "domaine de la vie privée".

Le gouvernement a invoqué les "usages républicains" et expliqué que cette décision, conforme à ce qui avait été observé pour les précédents papes, s'applique "aux chefs d'Etat en fonction avec lesquelles la France entretient des relations privilégiées".

M. Girard a rétorqué que cela n'avait pas été le cas pour le roi du Maroc Hassan II, "partenaire privilégié de la France", alors que les drapeaux avaient été mis en berne à la mort de l'ancien président américain Ronald Reagan, qui n'était